Cleanup! Gemeinsam können wir viel erreichen – ein Erfahrungsbericht

Verschmutzte Strände, riesige Müllstrudel auf dem offenen Meer und Tiere, die Plastik fressen – und daran sterben. Jedes Jahr landen acht Millionen Tonnen Müll in unseren Ozeanen! Immer mehr Menschen wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie unsere Umwelt mehr und mehr zur Müllhalde wird. Eine davon ist Victoria Blocksdorf aus Düsseldorf. Die 37-jährige Grafik-Designerin organisiert die „Blockblocks Rhein Clean up“-Events, bei denen Müll am Düsseldorfer Rheinufer gesammelt wird.

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Victoria Blocksdorf (Spitzname BlockBlock) ist die Initiatorin von „Blockblocks Rhein Clean ups“ in Düsseldorf.

Früher machte Victoria sich wenig Gedanken über das Müllproblem. Erst eine dreimonatige Weltreise öffnete ihr die Augen: „Ich habe Buckelwale singen gehört, Schildkröten und Delfine beobachtet – und gleichzeitig die verdreckten Strände gesehen. Das passte einfach nicht zusammen.“ Kurz entschlossen fingen Victoria und ihr Mann noch auf der Reise an, Müll an den Stränden zu sammeln. „Auf Hawaii fanden wir ein riesiges Knäuel aus Seilen und Fischernetzen. Wir wollten es wegziehen, damit es nicht bei der nächsten Flut zurück ins Meer gelangt und Fische und Schildkröten sich darin verfangen. Aber das riesige Netz war zu schwer. Wir konnten es kein Stück bewegen.“ Victoria gelang es nur, eine kleine Plastikschnur aus dem Knäuel zu lösen. Diese Schnur lötete sie sich ums Handgelenk. „Sie erinnert mich immer daran, dass ich etwas gegen die Verschmutzung unserer Ozeana tun möchte. Dieses Versprechen habe ich dem Meer auf Hawaii gegeben.“

Das Meer ist nicht „irgendwo da draußen“ – ebenso wenig wie das Müllproblem

Zurück zu Hause in Düsseldorf wurde der Grafik-Designerin klar, dass auch über den Rhein unheimlich viel Plastik in die Ozeane gelangt. Genau hier wollte sie beginnen, etwas zu ändern. „So ging ich zum ersten Mal nur mit meinem Mann hinunter ans Rheinufer und fing an, Müll zu sammeln. Riesige Kanister, jede Menge Plastikschnüre, Tüten und eine halb zerfallene Liege kamen zusammen. Ich sah: Es gibt viel zu tun und plante mein erstes offizielles Cleanup.“ Zu dem ersten Event im Juli kamen acht Leute, die vier große Säcke voller Müll und jede Menge Metallschrott sammelten. Zum zweiten Cleanup einen Monat später kamen schon 30 Helfer, die in zwei Stunden 136 Kilo Müll sammelten. Ein riesiger Erfolg!

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Das Cleanup-Team sammelte in nur zwei Stunden 136 Kilo Müll!

Jeder kann etwas verändern

„Ich finde es wichtig, nicht immer zu warten, bis irgendwer, irgendwo, irgendwann etwas gegen Probleme unternimmt. Beim Müll sammeln kann man ganz einfach selbst anpacken und man weiß bei jedem Stück Plastikfolie, das man aus dem Wasser fischt, dass dieses Stück nun nicht mehr in den Mägen von Seevögeln, Robben oder Fischen landet. Dass sich an dem Stück Plastikschnur, das man aus dem Ufergebüsch zieht, kein Tier stranguliert. Und dass sich die PET-Flasche, die man aufgesammelt hat, nicht in giftiges Mikroplastik verwandelt. Das ist ein sehr gutes Gefühl.“

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Kaffeeröstereien stellen Victoria heute ihre ausgedienten Kaffeesäcke als Müllbeutel zur Verfügung. So erzeugt sie keinen neuen Plastikmüll.

Wer will dabei sein?

Am 15. September ist der „World Cleanup Day“, bei dem überall auf der Welt tolle Aktionen zum Aufräumen von Stränden, Ufern, Parks und Städten stattfinden. An diesem Tag gibt es eine riesige Aktion am Rheinufer – das „Rhine Cleanup“ – bei der das Rheinufer von der Quelle bis zur Mündung aufgeräumt werden soll. Über 50 Städte entlang des Flusses machen mit. Auch Victoria ist mit ihrem Team und jedem, der sich anschließen möchte, dabei. Für die Teilnehmer ihrer Cleanup-Crew gibt es übrigens Schutzhandschuhe, Greifer und als kleines Dankeschön einen Gutschein, zum Beispiel für ein Eis oder eine Yogastunde. Mehr Infos findet ihr in der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung. Jeder Helfer ist herzlich willkommen!

Alle, die nicht in Düsseldorf wohnen, können hier schauen, welche Events im Rahmen des „World Cleanup Days“ am kommenden Samstag in eurer Nähe stattfinden.