Wir packen unseren Koffer und nehmen mit…

…einen Badeanzug, ein weiches Hamamtuch und eine Sonnenbrille.“ Was braucht man mehr im Sommer? Ok, noch einen Seesack, in dem man alles über die leichte Schulter werfen kann, um dann loszuziehen – da ist ein Koffer viel zu sperrig. Zum nächsten Strand, zum See, in den Park um die Ecke. Eigentlich egal, Hauptsache draußen unter freiem Himmel und zusammen mit unseren Lieblingsmenschen.

Wir haben uns mit den Gründern und Gründerinnen von MYMARINI, nice to meet me, Dick Moby und MARIN ET MARINE unterhalten, deren Produkte wir hier für unsere kleine Reise zusammengewürfelt haben, und sie gefragt, was für sie einen perfekten Sommertag ausmacht oder wohin sie am liebsten verreisen würden.

Unser Seesack ist gepackt, wie sieht es mit eurem aus?.

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MYMARINI: „All das, was wir selbst gerne machen, teilen wir!“

Sommer, Sonne, Strand. Ein Badeanzug oder Bikini ist das, was noch fehlt, um glücklich zu sein. Aber wie macht man das nachhaltig und trotzdem cool? Mareen, die Gründerin von MYMARINI, ist selbst leidenschaftliche Surferin, aber viele der Surfer-Bikinis- und Badeanzüge waren ihr nicht robust  und nicht elegant genug. Da hat sie sich entschlossen, sich einfach selbst um die perfekte Surfbekleidung zu kümmern. Herausgekommen sind schicke, schlichte Ein- und Zweiteiler aus Polyamid und Elasthan, die mit dem Öko-Tex Standard 100 zertifiziert sind. Was Mareen antreibt und was MYMARINI außer Swimwear noch anzubieten hat, erzählt sie uns im Interview.

Avocadostore: Was steht hinter der Idee von MYMARINI?

Mareen: Ich bin leidenschaftliche Surferin, und wir verbringen viel Zeit im Meer und am Strand. Bevor ich MYMARINI gegründet habe, habe ich sehr einfach in Kolumbien am Strand gelebt und war jeden Tag mehrere Stunden surfen. Es war ein bisschen so, wie auch Robinson Crusoe gelebt haben musste. Ich war der Natur ganz nah und habe mit so wenig, so glücklich gelebt. Diese Erfahrung war sehr prägend für mich, und ich habe mir vorgenommen, nichts mehr zu tun, was dem Planeten schadet. Während meiner Kolumbien-Zeit war mein Bikini so etwas wie meine zweite Haut – ich habe ihn fast immer getragen. Aber es war erschreckend, wie schnell er und seine Nachfolger ausgeblichen sind und an Elastizität verloren haben. Außerdem waren mir viele Badeanzüge und Bikinis, die ich auf dem Markt gefunden habe, einfach zu sportlich oder zu unmodern. Für mich war klar, dass das besser gehen muss! Ich wollte etwas Hochwertiges, Schickes aber gleichzeitig auch Cooles! Die zweite wichtige Anforderung war: Es muss den Wellen standhalten und darf nicht verrutschen. Schließlich wollte ich surfen und mir nicht ständig Gedanken darum machen, ob alles noch dort sitzt, wo es hingehört. Damit war die Idee zu MYMARINI geboren. Ein nachhaltiges Bademoden-Label für Bikinis und Badeanzüge in modernem, puristischem Design – sowohl zeitgemäß als auch alterslos – im wahrsten Sinne des Wortes: Wir haben Kundinnen von Teenagerinnen bis zu 80-jährigen Seniorinnen – und vor allem widerstandsfähig. Nach diesem Credo versuche ich, immer das beste Produkt zu schaffen.

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Mareen – Gründerin von MYMARINI

Avocadostore: Was macht eure Materialien nachhaltig? Mit welchen Partnern in Kroatien und Italien arbeitet ihr zusammen?

Mareen: Mir war klar, dass ich ein Material finden wollte, das lange schön bleibt und ressourcenschonend hergestellt ist. Das war die logische und für mich natürliche Konsequenz aus meiner Erfahrung in Kolumbien. Außerdem habe ich es mir zur Maxime gemacht, die gesamte Produktionskette nachhaltig zu gestalten. So werden zum Beispiel alle, die für MYMARINI arbeiten, von Anfang an fair bezahlt. In Kroatien arbeiten wir mit einer großen Produktionsstätte zusammen, die schon seit Jahrzehnten besteht. Dort haben über 150 Schneiderinnern einen sicheren Job. Alle haben feste Arbeitsverträge, sind versichert und haben Anspruch auf Urlaub. Viele von ihnen leben in der Umgebung und kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit – sozusagen noch mal ein besonderes nachhaltiges Plus. In dieser Region werden Bademoden schon seit mehr als 70 Jahren produziert, und wir vertrauen diesem Know-how vollkommen. Der Stoff, aus dem die Badeanzüge und unsere Bikinis hergestellt werden, kommt aus Italien und wird dort vom Marktführer für nachhaltige Materialien produziert. Die „grüne“ Philosophie hat dort schon eine über 25-jährige Historie. Produziert wird schadstoffarm, mithilfe modernster Technik, neuesten Wasseraufbereitungsanlagen, Co2-arm und natürlich ohne Giftstoffe. Bei einigen Farben – unsere Klassiker Schwarz und Dunkelblau – schaffen wir es sogar, mit der Hälfte an Wasser zu produziert im Vergleich zu konventioneller Färbung. Neu in der aktuellen Saison ist unsere „Eco Flash Collection“. Das Nylon hierfür wird aus dem Garn Econyl hergestellt. Das Besondere ist, dass hierfür nur Nylon-Abfälle wiederverwertet werden, z.B. aus alten Fischernetzen, Teppichresten und Produktionsabfällen für industrielle Kunststoffproduktionen. In Slowenien werden sie gesammelt und recycelt. Aus dem Econyl webt dann unser Stoffhersteller in Italien das Bikini-Material für die neuen Ein- und Zweiteiler. Wir verkaufen diese Kollektion sogar günstiger als unsere anderen Designs – aus Überzeugung und für eine bessere Welt.

Avocadostore: Ihr bietet auch spezielle MYMARINI-Retreats an? Wie kam es zu der Idee und was ist das Besondere an diesen Reisen?

Mareen: In den MYMARINI-Retreats findet sich all das wieder: Die Liebe zur Natur, zum Sport, zum gesunden Lebensstil. Es geht darum, sich Zeit für sich und seine Freunde zu nehmen – sich rundum etwas Gutes zu tun! Wir kreieren die Retreats unter den selben Gesichtspunkten wie die Kollektion auch: im Einklang mit der Natur und mit langanhaltenden Effekten. Alles beginnt mit einem Ort, der Ruhe und Schönheit ausstrahlt. Dazu bieten wir dann gesundes Essen und Yoga-Sessions mit ausgesuchten Lehrerinnen. Wir versuchen immer, bei allem etwas mehr zu geben und eine solche Reise einmalig zu machen. Und natürlich gibt es für alle Teilnehmerinnen einen MYMARINI der Wahl dazu – den kann man dann gleich anziehen und sich ins Wasser oder auf die Sonnenterrasse stürzen. All das, was wir selbst gerne machen, teilen wir! Dieses Jahr starten wir mit einem MOUNTAIN HIDEAWAY im wunderschönen Miramonte Hotel in Bad Gastein in Österreich. Los geht’s am 10. Mai, und es sind noch ein paar letzte Plätze frei! Die zweite Reise führt uns im September nach Cornwall für eine „WILD SWIM“-Erfahrung. Dort wohnen wir in einem wundervollen traditionellen Cottage direkt am Strand. Mitte Oktober reisen wir dann nach Portugal zum Surfen und Yoga machen. Unser traumhaftes Haus liegt im „Garden“ Portugals. Das Retreat ist nicht nur für Surfer und Surferinnen, sondern wirklich jeder kann mitmachen – auch totale Anfänger. Für mich ist das immer wieder auch eine tolle Möglichkeit, um mit unseren Kundinnen in Kontakt zu kommen und meine Philosophie zu teilen.

Avocadostore: Was gehört unbedingt in euer Sommergepäck? Gibt es vielleicht ein Ding/eine Klamotte, die euch schon auf mehreren Sommerreisen begleitet hat?

Mareen: Da wir viel mit unserem Wohnmobil an europäischen Küsten unterwegs sind, haben wir natürlich immer ein bisschen mehr dabei, als das, was in einen Koffer passt – einen kleinen Hausstand sozusagen. Wir leben fast die Hälfte des Jahres in diesem mobilen Büro, und es ist für uns wichtig, dass wir uns zu Hause fühlen. So richtig heimelig wird der Van dann mit schönen Textilien. Die dürfen nicht fehlen und vermitteln mir ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Ich liebe es, auf regionalen Märkten typische Decken und Tücher zu entdecken. Ausserdem nimmt unser Foto-Equipment viel Platz ein! Wir produzieren fast alle Bilder und Videos für unsere Firma auf unseren Reisen. Auf unserem Blog „Rolling Seafarers“ kann man sich das anschauen. Und natürlich mindesten einen MYMARINI.

Avocadostore: Was macht einen Strandtag perfekt?

Mareen: Freunde! Es gibt für uns nichts Schöneres, als die Wellen und die friedvolle Umgebung am Meer mit unseren Liebsten zu teilen. Sobald wir neue Reisepläne haben, erstelle ich sofort eine WhatsApp-Gruppe, um sie zu informieren und einzuladen.

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Nice to meet me: „Der perfekte Strandtag startet mit Yoga“

Nach dem Baden kann man sich wunderbar in die kuscheligen und hübschen Hamamtücher von Karawan authentic aus GOTS-zertifizierter Baumwolle einwickeln und abtrocknen. Oder sich damit an den Strand oder in den Park legen oder sich nach einer anstrengenden Yoga-Session damit den Schweiss abwischen. Und weil man es so schön klein zusammenpacken kann, bekommt es auch einen Platz in unserem Seesack. Vertrieben wird es vom Label nice to meet me aus Österreich, das sich ganz dem Yoga verschrieben hat. Gründerin Denise ist selbst Yogalehrerin und verbringt viel Zeit auf der Matte. Nice to meet me ist eine Verabredung mit sich selbst – und gleichzeitig steht es auch dafür, dass wir immer auch Teil eines großen Ganzen sind und unser Denken und Handeln Auswirkungen auf andere hat. Deshalb ist es die Philosophie des Unternehmens, nachhaltig und ressourcenschonend zu produzieren. Darüber haben wir mit Denise gesprochen.

Avocadostore: Was steht hinter der Idee von nice to meet me?

Denise: Mit unserer eigenen Brand machen wir Yoga- und Sportbekleidung aus nachhaltigen Materialien, fair in Europa produziert. Als Shop vertreiben wir Produkte, hinter deren Herkunft, Produktion und Funktion wir voll und ganz stehen können. Dort verkaufen wir auch die Hamamtücher von Karawan authentic, die ihr in euren „Koffer“ gepackt habt. Sie werden im südindischen Tamil Nadu in einem Handweber-Familienbetrieb produziert und sind mit dem GOTS-Label ausgezeichnet, das ökologische und soziale Standards sicherstellt.

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Denise – Mitgründerin

Avocadostore: Was gehört unbedingt in euer Sommergepäck? Das Hamamtuch zum relaxen haben wir ja schon eingepackt, aber eigentlich seid ihr ja ein Yoga-Label. Was darf  für eine sportliche Grundausstattung auf keinen Fall fehlen?

Denise: Unsere Lieblingshose auf Reisen ist die Baggy Pant geworden. Diese Unisex-Hose ist super leicht, hat ein geringes Packmaß und trocknet extrem schnell. Wenn einen an einem heißen Tag die Mücken plagen, schützt die Baggy Pant die Haut – ohne dabei am Körper zu kleben – und hält durch den Funktionsstoff wunderbar kühl. Der praktische und elegante Schnitt passt einfach immer: auf Wanderungen, beim Yoga, am Strand, beim Stadtspaziergang und ist super bequem im engen Flugzeug.
Die Geschichte der Hose ist eng verknüpft mit der Gründung unseres Labels – sie war sozusagen der Zündfunken, den es noch gebraucht hat. Wir hatten damals ein paar lockere Yogapants, die von unserem Designer Maicol selbst genäht wurden und die wir einfach immer und überall anhatten. Es gab einfach nichts Bequemeres und Besseres als diese Hosen. Und was macht man dann? Maicol hat den Schnitt perfektioniert, weitere Details hinzugefügt – und wir haben die Hosen verkauft. Bis heute sind die Pants einer unserer Bestseller.

Avocadostore: Wie sieht für euch der perfekte Strandtag aus?

Denise: Der beginnt definitiv mit einer ausgedehnten Yoga-Session möglichst früh am Morgen, gefolgt von einem ausgedehnten Frühstück. Für Maicol könnte der Tag dann ganz entspannt weitergehen – gemütlich am Strand liegen und relaxen. Aber ich brauche es aktiver und mache Wanderungen und ausgedehnte Strandspaziergänge.

Dick Moby: „Pack die Hawaii-Shirts ein“

Welches Acccessoire darf in keinem Sommergepäck fehlen? Richtig, eine coole Sonnenbrille. Unsere kommt aus der Kollektion des niederländischen Labels Dick Moby, das kurz nach seiner Gründung 2014 sozusagen einen Turbostart hingelegt hat: plötzlich waren sie in aller Munde. Anfang 2015 hatten sie schon eine Zusammenarbeit mit dem angesagten und renommierten Pariser Kaufhaus Colette eingetütet. Und dazu kommt: Die Brillen werden alle nachhaltig produziert und aus recyceltem oder biologisch abbaubarem Plastik hergestellt. Die beiden Gründer Robbert und Tim hatten bei einem Surftrip irgendwann einfach die Schnauze voll davon, überall auf Plastikabfall zu stoßen, der die wundervollen Strände verschmutz. Und so entstand ihr Konzept: Mit der Produktion von Brillen aus Müll verwerten sie diesen wieder und schaffen sozusagen die Sonnenseite des Plastik. Tim hat uns verraten, was diesen Sommer besonders angesagt ist.

Avocadostore: Was steht hinter der Idee von Dick Moby?

Tim: Unser Ziel ist es, die Kunststoffverschmutzung zu reduzieren, indem wir hochwertige Brillen aus recyceltem oder pflanzlichem Kunststoff, also aus Acetat, herstellen.

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Avocadostore: Was macht eure Materialien nachhaltig? Was ist der Unterschied zwischen biobasiertem Acetat und Gewöhnlichem?

Tim: Alles, was wir tun, muss nachhaltig sein – nicht nur die Brillen, sondern auch die Brillenputztücher aus recycelten PET-Flaschen und das Etui aus recyceltem Leder. Das von uns verwendete biobasierte Acetat wird ohne Rohöl oder giftige Weichmacher hergestellt.

Avocadostore: Was gehört unbedingt in euer Sommergepäck?

Tim: Für uns ist Urlaub immer mit Surfen oder Segeln verbunden. Deshalb sind Flip-Flops, Boardshorts und kurzärmelige Hawaii-Print-Shirts das Wichtigste. Und natürlich eine Sonnenbrille.

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Tim (rechts) – Mitgründer

Avocadostore: Welche Brillen sind das Must-Have für den kommenden Sommer?

Tim: Dünne Metallgestelle sind gerade angesagt – hey und wir bringen bald unsere erste Kollektion mit recycelten Metallrahmen auf den Markt. Nichtsdestotrotz glauben wir, dass Acetatbrillen immer in Mode sein werden – und für uns können die Gestelle gar nicht dick genug sein. Für die Ladies empfehlen wir unser VLC- oder MEL-Model, für die Boys die BIQ oder CPT.

MARIN ET MARINE: „Unterwegs sein tut unfassbar gut“

Unser Koffer ist ein Seesack und der kommt von MARIN ET MARINE. Vor mittlerweile fast fünf Jahren haben die Zwillingsschwestern Valérie und Caroline die ersten maritimen Rucksäcke selbst genäht – damals noch in ihrem WG-Zimmer. Sie sind Halbfranzösinnen, und die Taschen sind ein bisschen auch eine Hommage an die Sommerurlaube bei ihren Großeltern in Frankreich. Ziel ist es, etwas zu entwickeln, das einen jahrelang begleiten kann – weil es zeitlos und robust ist. Gleichzeitig sollte die Produktion fair und nachhaltig sein. Wie die beiden Schwestern das hinbekommen haben, erzählt uns Valérie.

Avocadostore: Was steht hinter der Idee von MARIN ET MARINE?

Valérie: Ganz am Anfang haben wir den Seesack nur für uns entworfen. Es war uns wichtig, dass er einfach, originell und praktisch in seiner Handhabung ist. Nach einem Urlaub in Südostasien haben wir uns zusammengesetzt und beschlossen, die Stoffe für den Seesack selbst zu färben und Farbnuancen zu kreieren, die es so noch nicht zu kaufen gibt. Die Inspiration dafür haben wir bei den farbenfrohen Stoffen, Saris und Kostümen bekommen, die uns überall auf unserer Reise begegnet sind. Wir wollten etwas Eigenes kreieren und in diesem Prozess haben wir schnell festgestellt, dass wir einfach sehr gerne klassisch simple und qualitativ hochwertige Dinge mögen – etwas, das einen für lange Zeit begleiten kann und das auch nach Jahren noch nicht aus der Mode gekommen ist. Lieblingsstücke, die man heutzutage gar nicht mehr so leicht finden kann. Dass wir mit dieser Philosophie so viele Menschen begeistern konnten, darüber waren wir anfangs ganz schön überrascht.

Avocadostore: Woher bezieht ihr eure Materialien? Wie habt ihr die Manufakturen, mit denen ihr zusammenarbeitet, ausgewählt?

Valérie: Größtenteils kommen sie aus Deutschland, einige Stoffe werden in Frankreich gewebt. Das Leder, das wir verwenden, kommt aus Deutschland, Frankreich und Italien. Unsere größte Herausforderung war es, eine faire Produktion zu gewährleisten. Wir wollten ein Label gründen, bei dessen Produkten jeder Verarbeitungsschritt nachverfolgt werden kann, und die Löhne und Arbeitsbedingungen absolut fair sind. Es gibt viele Gründe, in Deutschland zu produzieren. Zum einen, um den gesamten Produktionsprozess besser zu überschauen. Zum anderen, um die Produktionskette zu verkürzen und zu versuchen, die Umweltbelastung durch lange Transportwege zu reduzieren. Wir arbeiten mit kleinen und unabhängigen Herstellern und kombinieren Design mit traditioneller Herstellung. Dabei verwenden wir ausschließlich Bio-Baumwolle aus deutschen oder französischen Webereien. Gefärbt wird sie dann in einer Berliner Färberei. Die Schafschurwolle beziehen wir von einem der ältesten traditionsreichen Hersteller Deutschlands. Das Leder für unsere Ledertaschen stammt von umweltfreundlichen Gerbereien aus Frankreich, Deutschland oder Italien. Gefertigt werden die Taschen dann hier in Berlin. Die Produktion fängt immer damit an, dass wir das Leder begutachten und je nach Produkteigenheit die letzten Details mit den Näherinnen besprechen. Die sind für uns ein unglaublicher Schatz – sie besitzen umfassendes Know-how und gemeinsam haben wir schon die schwierigsten Anforderungen gemeistert und raffinierte Ideen umgesetzt. Mittlerweile hat sich zwischen uns und den Näherinnen eine tolle Beziehung entwickelt, und wir schätzen diese wertvolle Zusammenarbeit sehr.

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Valérie (rechts) Mitgründerin

Avocadostore: Was ist das besondere daran, mit der eigenen Schwester zu arbeiten?

Valérie: Das Gute: Wir können uns in die andere hinein versetzen, wir haben das gleiche Tempo, etwas umzusetzen, und einen ähnlichen Geschmack. Trotzdem gibt es die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, aber wir haben in den fast fünf Jahren gelernt, Arbeit von Privatem zu trennen. Ich habe großen Respekt davor, wenn es Menschen als Paar oder Geschwister schaffen, gemeinsam ein Unternehmen zu managen. Und es ist gleichzeitig auch toll, ein Label mit seiner Schwester zu führen. Was wir gut können, ist, uns gegenseitig zu motivieren – und praktischerweise haben wir den gleichen Geschmack. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit. Caroline ist Grafikdesignerin und ich bin Möbeldesigerin. Trotzdem war uns schnell klar, dass wir zusammen etwas aufziehen wollen. Die Möglichkeit, simple und wertige Lieblingsstücke zu kreieren, hat uns zusammengebracht. Auch deshalb, weil man diese Teile heutzutage nur noch selten finden kann.

Avocadostore: Was gehört unbedingt in euer Sommergepäck?

Valérie: Jeansshorts, Streifenpulli und Sonnenbrille dürfen nicht fehlen. In unseren Kleiderschränken sieht man teilweise nur Streifen. Immer dabei sind auch ein leichtes Sommerkleid und Espadrilles. Was nie fehlen darf: eine analoge oder digitale Kamera, um die schönen Sommermomente einzufangen.

Avocadostore: Wenn ihr einen Wunsch frei hättet: Wohin geht eure nächste Reise?

Valérie: Wir würden gerne ein bisschen mehr von Europa sehen. Eine Balkan-Backpacking-Tour wäre traumhaft oder einen ganzen Sommer in einem alten Haus in Italien wie in „Call Me by Your Name“ verbringen oder mit einem Van durch Südfrankreich fahren und am Strand schlafen. Eigentlich gehen uns die Ideen nie aus, weil Unterwegs-Sein so unfassbar guttut. Wenn wir mit neuen Taschenideen feststeckten, müssen wir nur mal kurz wegfahren und schon sind wir wieder inspiriert und sprudeln voller neuer Möglichkeiten. Vielleicht wird’s – wenn wir uns entscheiden müssen und die Zeit knapp ist – dann nur ein kleiner Städtetrip nach Südfrankreich oder Lissabon, aber auch das lässt uns den Kopf freibekommen für Neues.

Weitere nachhaltige Ideen für eure nächste Reise, findet ihr aktuell bei uns im Shop. Wir wünschen euch schon mal eine schöne Reise!