Interview mit JAN’N JUNE zum Thema Styles und Trends

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Die ehemaligen Mode-und Design Management Studenten Jula Holtzheimer und Ann Bronowski haben Bildschirmfoto 2016-03-15 um 15.50.07kurzerhand nach dem Studium ein eigenes Label gegründet: JAN’N JUNE. Eine Crowdfunding-Kampagne hat die erste Kollektion finanziert und seitdem geht es steil nach oben.

Vielleicht auch, weil Jula und Anna endlich eine Antwort auf die Frage sind: Kann nachhaltige Mode auch stylish und bezahlbar sein? JAN’N JUNE sind nordisch, klar,  minimalistisch und nachhaltig. Kein „entweder, oder, sondern ein klares „sowohl, als auch“. Und weil die zwei das so gut beherrschen, haben wir sie für euch zum Thema Trends und Styles in der Eco-Fashion-Branche befragt:

Mimi: Ihr habt seit 2014 ein eigenes Label und designt eure eigenen Styles. Inwiefern achtet ihr im Designprozess auf allgemeine Fashiontrends?

JAN’N JUNE: Genau, uns gibt es ganz offiziell seit August 2014, allerdings sind wir erst seit März 2015 auf dem Markt erhältlich. Wir achten auf Fashiontrends und schauen, welche Entwicklungen sich grundsätzlich tun. Jedoch haben wir auch unseren eigenen cleanen, minimalistischen Stil und möchten, dass unsere „Handschrift“ bestehen bleibt. Jede Kollektion hat in sich einen roten Faden – darunter wird man auch modischere Elemente finden, wie momentan z.B. die Schlaghose oder Kimono-Elemente. Für uns ist es wichtig, dass die Teile kombinierbar sind und wir denken in Outfits.

 

Mimi: Fühlt ihr euch im Design bzw. eurer Kreativität manchmal eingeschränkt, weil ihr euch für nachhaltige Mode entschieden habt? Worauf setzt ihr in dieser Saison?

JAN’N JUNE: Tatsächlich erschwert es den Designprozess ein wenig, da die Auswahl der Materialien deutlich geringer ist als auf dem konventionellen Markt. Der große Trend „Plissees“ z.B. war nahezu unmöglich umzusetzen. Vielleicht gerade deshalb spielen die Materialien die wir zur Verfügung haben beim kreativen Prozess eine umso größere Rolle. Diesen Sommer ist unser Favorit eine Art „Neopren“-Material aus recyceltem Meeresmüll welches man mit offenen Kanten ganz „raw“ verarbeiten kann. Die Teile kommen jetzt im März online – darauf freuen wir uns schon.

Mimi: Ihr seid ja auch beim Greenshowroom auf der Fashion Week Berlin vertreten. Habt ihr den Eindruck, dass es da dieses Jahr Trends gab? Wenn ja, was ist euch aufgefallen?

JAN’N JUNE: Leider hatte ich tatsächlich sehr wenig Zeit selbst in Ruhe über die Messe zu gehen. Aber wir hatten das Gefühl, dass die Szene immer weiter wächst und sich auch modisch immer stärker entwickelt. Genau das ist ja auch unser Motto – nachhaltig, aber sexy. Wir müssen eine wirkliche Alternative zum konventionellen Modemarkt sein.

Mimi: Zum Abschluss, könnt ihr eine Einschätzung geben, wie sich die Eco Fashion Branche hinsichtlich Trends und Styles in den letzten Jahren entwickelt hat bzw. entwickeln wird? Kann sie hinsichtlich Stylefaktor mit herkömmlichen Marken mithalten?

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JAN’N JUNE: Wie oben auch schon angedeutet hat sich die Szene auf jeden Fall in den letzten Jahren stark entwickelt und mittlerweile gibt es für fast jeden modischen Geschmack schon ein paar Alternativen. Allerdings ist sie hauptsächlich noch sehr „basic-lastig“ und „streetwear-ig“ – dies kann auch wieder etwas mit den eingeschränkten verfügbaren Materialien zu tun haben. Alles was in Richtung Struktur, Glanz, Stand oder Knitterfreiheit geht ist momentan häufig noch schwierig zu ersetzen. Aber trotzdem befindet sich die Branche auf dem richtigen Weg – und die Textilproduzenten haben die Entwicklung ja auch mitbekommen. Hier bleibt es interessant was für neue Materialien so auf den Markt kommen werden.

Ein Problem ist nach wie vor auch das Image der Eco Fashion, häufig ist es immer noch eine Überraschung für den Kunden, wenn nachhaltige Mode stylisch ist.

Mimi: Vielen Dank für die spannenden Einblicke und wir freuen uns auf eure neuen Sachen!  Die aktuellen Styles von JAN’N JUNE findet ihr hier.