Wie ein plastikfreier Alltag aussehen kann – Jonas hat es uns erzählt

Plastik ist in immer mehr alltäglichen Dingen zu finden, doch nicht jeder mag diese immense Müllproduktion und die daraus resultierende Umweltverschmutzung so einfach hinnehmen. Zu diesen Menschen gehört auch Jonas.

Jonas ist ein Avocadostore.de Kunde der ersten Stunde. Er hat Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaften an der Humboldt-Universität studiert und befindet sich aktuell im Master interdisziplinäre Antisemitismusforschung.
Mit der Geburt seines ersten Kindes hat sich das bereits vorhandene Bewusstsein zu unseren endlichen Ressourcen und umweltschädlichen Materialien verstärkt. Seit einigen Jahren lebt Jonas nun nahezu plastikfrei. Warum und wie er das schafft? Das erfahrt ihr in unserem Interview mit ihm.

Johannes: Hallo Jonas, seit wann versuchst Du auf Plastik zu verzichten und gab es ein ausschlaggebendes Ereignis was Dich dazu veranlasst hat?

Jonas: Seit meine Kinder auf der Welt sind, hat sich mein Bewusstsein für den Umgang mit natürlichen Ressourcen und den negativen Einfluss vieler Materialien auf die Umwelt verstärkt. Als ich dann den Film „Plastic Planet“ sah, wurde mir noch einmal deutlich, dass wir neben der ‚Energiewende‘ dringend eine ‚Plastikwende‘ nötig haben.

Johannes: Wie spiegelt sich die Reduzierung von Plastik in Deinem Alltag wieder?

Jonas: Ich versuche Plastik aus dem eigenen Haushalt fernzuhalten, indem ich beispielsweise auf den Kauf von Plastiktüten verzichte, keine Kleidung kaufe, die Kunststofffasern enthält (was bei manchen Kleidungsstücken wirklich schwer ist), kein Plastikspielzeug kaufe. Gemüse und Obst versuche ich dann auch möglichst in Läden zu kaufen, wo ich es entweder unverpackt oder in Papiertüten bekommen kann. In unserer Nähe gibt es auch einen Hofladen, der mir meine ausgespülten Milchflaschen wieder auffüllt, sodass weder Tetrapak-Müll entsteht noch eine aufwendige chemische Flaschenreinigung nötig ist.

Quelle: madesustained.com

Johannes: Was funktioniert dabei gut?

Jonas: Der Bezug von regionalem Gemüse und Obst, auch Getränken ist
relativ einfach plastikfrei zu gestalten. Auch Kinderspielzeug wird
vielfach in Holz oder anderen natürlichen Materialien angeboten, hier
macht sich der Unterschied eher im Preis bemerkbar. Aber das Prinzip ist
hier ähnlich wie bei bewussten Fleischkonsumenten: Es zählt Klasse statt

Masse.

Johannes: Gibt es bestimmte Dinge bei denen es wirklich schwer fällt auf Plastik zu verzichten?

Jonas: Generell ist es nahezu unmöglich technische Produkte plastikfrei zu bekommen – auch wenn man darauf achten kann, dass zum Beispiel das Gehäuse eines Notebook nicht aus Plastik hergestellt ist. Außerdem ist es wahrlich schwierig, Produkte wie Frischkäse, Tofu und ähnliches aus dem Frischeregal ohne Plastikverpackung zu bekommen. Als ich anlässlich des Geburtstags eines unserer Kinder auf der Suche nach einer Wasserbahn für den Sandkasten war, die nicht aus Plastik produziert war, musste ich schließlich einsehen, dass ich um das Selbermachen nicht drum herum kommen würde. Jetzt haben wir eine schöne Wasserbahn aus Robinienhölzern.

Johannes: Inwieweit bindest Du Dein Umfeld ein, sprich Deine Familie und Freunde?

Jonas: Mit meinen Freunden und der Familie kommuniziere ich natürlich meine Zurückhaltung gegenüber Plastik. Das führt zwar oft auch zu belächelnden Seitenblicken, aber immerhin bekommen unsere Kinder kein Plastikgeschirr geschenkt, sondern Bambusbecher. Und wenn ich kann, versuche ich Menschen in meinem Umfeld bei der Anschaffung von Neuem doch lieber die Produkte aus natürlichen Materialien zu wählen.

Johannes: Dein ultimativer Tipp gegen Plastikmüll?

Jonas: Der beste Tipp gegen Plastikmüll ist generell weniger Konsum. Wenn man doch Neues braucht, dann kann man einiges selber machen oder achtet beim Kauf genau auf die benutzten Werk- und Inhaltsstoffe.

Wir danken Jonas herzlich für das Interview und die wertvollen Tips, wie man auch mit Kindern gut auf Plastik verzichten kann.

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