Grillen ganz ohne Plastik

Dass Plastik nicht gerade umweltfreundlich ist, ist wahrscheinlich den meisten bewusst. Dass unser Verpackungsmüll aber Jahrhunderte braucht, um abgebaut zu werden und bereits in vielen handelsüblichen Bier- und Mineralwassersorten Mikroplastik gefunden wurde, verdrängen wir ganz  gern. Gerade im Sommer, wenn sich viele Aktivitäten nach draußen verlagern,sind Convenience und Einwegprodukte praktisch und gefragt.

Sei es der eingeschweißte Einweggrill, die PET-Wasserflasche oder der (mit Kunststoff beschichtete) Pappteller. Überquellende Papierkörbe im Park, Freibad und am Strand sind die Folge. Doch das muss nicht sein. Mit ein bisschen Vorbereitung und schlauen Alternativen lassen sich Sommerabende hervorragend plastikfrei genießen.

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Klar ist es ein alter Hut, dass man immer seine eigene Wasserflasche mitbringen sollte. Aber immer noch werden in Deutschland jährlich 800 Millionen (800.000.000) PET Flaschen nach einmaligem Gebrauch entsorgt (Quelle: hier). Also am besten immer eine wiederbefüllbare Flasche dabei haben. So spart man Müll und Geld. Denn wenn an heißen Sommertagen das kühle Nass zu Neige geht, kann es meist problemlos irgendwo wieder aufgefüllt werden. Kostenlos und völlig unbedenklich. Schließlich ist Leitungswasser in Deutschland das meistgeprüfte Lebensmittel.
(Auf avocadostore.de findet ihr eine große Auswahl an plastikfreien Flaschen. Unser Liebling, das Modell von Made Sustained für Kaltes und Heißes, ist bruchsicher und hygienisch)

Wer laue Sommerabende genießen will und keinen eigenen Garten hat, den zieht es oft in den nächsten Park. Bei Grillpartys mit Freunden oder einem Picknick mit dem Liebsten lässt sich die Großstadthitze besonders gut aushalten. Meist bleibt nach dem Outdoor-Dinner jedoch ein riesiger Berg von Plastikbechern, -Tellern und -Besteck zurück. Aber auch wer wiederverwendbare Kunststoff-Teller benutzt, setzt sich und sein Essen eventuell schädlichen Weichmachern und Co. aus.

Klar will keiner das gute (oder weniger gute) Porzellan mit in den Park schleppen. Eine tolle Alternative sind da z.B. die Produkte von EKOBO. Die Teller, Schüsseln und Becher bestehen aus Bambusfasern und sind sehr langlebig. Und wenn dieses lange Leben irgendwann vorbei sein sollte, können sie problemlos kompostiert werden. Das Kindergeschirr von BIOBU ist nicht nur für die Kleinen toll, sondern passt auch wunderbar in die Strandtasche oder den Rucksack. Das passende leichte Bambusbesteck gibt es von Laguna oder man packt einfach eine Gabel von zu Hause ein.

Ein Großteil unseres Plastikmülls entsteht durch Lebensmittelverpackungen. Abgesehen davon, dass das meiste Discounter-Grillgut eine fragwürdige Herkunft hat, kommt es zumeist auch noch eingeschweißt daher. Lieber beim (Bio-)Fleischer deines Vertrauens frisches Fleisch aus artgerechter Tierhaltung erwerben und nett nachfragen, ob man das Ganze in der mitgebrachten Edelstahl Dose (ohne extra Verpackung) nach Hause transportieren darf. Auch vegetarische Grillgut wie Paprika, Zucchini, Auberginenscheiben, Zwiebel oder Feta von der Käsetheke kann so prima mitgebracht werden. Etwas schwieriger wird es bei Tofu, da er meistens in Plastik verpackt verkauft wird. Mit ein bisschen Geduld lässt sich aber auch Tofu im Glas finden und wer das Glück hat in Berlin zu wohnen, kann im Original Unverpackt-Supermarkt verpackungsfreien Tofu in verschiedenen Sorten kaufen.

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Quelle: http://www.thekitchn.com

Der mitgebrachte Salat lässt sich aus einem Schraubglas sowieso viel stilvoller gabeln als aus der Tupperdose und frisches Baguette bringt man am besten im Brotbeutel mit. Wenn die Finger nach dem Essen klebrig sind, bitte nicht die eingeschweißten Papierservietten zücken, sondern lieber die schicke Stoffserviette hervorzaubern (z.B. diese oder diese)

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Aber mal abgesehen vom Essen. Was wäre ein Grillabend mit Freunden ohne die richtigen Getränke? Das Lieblings-Feierabend-Getränk Bier kommt praktischerweise meist schon in nachhaltigen Mehrwegflaschen aus Glas und Wein in Flaschen ist ohnehin viel stilvoller als das Pendant aus dem Tetrapak. Zudem könne Glasflaschen zu 100% recycelt werden. Am besten natürlich mit Naturkorken, da dieser mit der Zeit verrottet, falls er doch mal aus Versehen neben dem Mülleimer landen sollte. Und wer es gern ein bisschen fancy mag, kann ja mal diese tollen To-Go-Cocktails im Glas ausprobieren oder selber kreativ werden.

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Quelle: http://www.thekitchn.com

Zu guter Letzt wäre da natürlich noch die Frage nach dem Grill. Abgesehen davon, dass sie meist in Plastik verpackt sind, sind Einweggrills einfach ein ökologischer Alptraum. Die Herstellung der Aluminiumschalen verbraucht Unmengen Ressourcen und Energie. Nachdem sie einmal angekokelt sind, ist Recycling schwierig oder fast unmöglich. Ganz zu schweigen von den überlaufenden Mülleimern im Park oder am Strand. Besser ist ein kleiner, transportabler Grill, den man immer wieder verwenden kann. Dafür muss man nicht mal unbedingt tief in den Geldbeutel greifen. Ein bisschen Kreativität genügt schon (Schaut mal hier). Und den passenden Grillrost haben wir auch.

Bei aller Kreativität aber bitte nicht vergessen, Grills ohne Beine nicht direkt auf die Grasnarbe zu stellen, um den Rasen zu schützen.

So kann der Sommer lange und ganz ohne lästigen Müll genossen werden!