Green Festival – Die 10 besten Tipps für eine nachhaltige Festivalsaison!

Die Festivalsaison hat begonnen und in den sonnigen Monaten werden wieder Musikliebhaber jeder Couleur am Wochenende zu Hurricane, Rock am Ring, Fusion und Co. pilgern. Für uns Grund genug, euch einige Tipps fürs nachhaltige Festivaltum an die Hand zu geben! IMG_5528

1) Anreise

Empfehlenswert bei kurzen bis mittleren Distanzen ist die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr oder der Regionalbahn. Am Anreisetag findet man auf den großen Bahnhöfen normalerweise immer andere Festivalgänger, mit denen man sich das jeweilige Länderticket teilen kann. Melt! Besucher können sogar mit dem Festivalzug bis an den Eingang von Ferropolis fahren. Wer trotzdem mit dem Auto anreisen möchte, sollte einen Blick auf die Festivalwebsite werfen. Im Forum oder direkt in der festivalinternen Mitfahrzentrale finden sich potentielle Fahrer und Mitfahrer. Wer dort nicht fündig wird, für den lohnt sich auch ein Blick in die “normalen” Mitfahrbörsen. Bei stadtnahen Festivals ist sogar die Anreise mit dem Fahrrad möglich und man kann bequem zuhause nächtigen. Wir vom Avocado Store Team freuen uns jetzt schon auf die Radtour nach Wilhelmsburg zum MS Dockville Festival!

2) Camping

Bei einigen größeren Festivals (z.B. Melt, Southside/Hurricane) gibt es separate Campingflächen für Festivalgänger (Stichwort „Green Camping“), die Wert auf eine entspannte Nachtruhe und ein müllfreies Gelände legen. Vor Ort gibt es Recyclingbehälter um Papier, Flaschen und sonstigen Müll ordentlich zu trennen. Abgesehen davon sind auch die sanitären Anlagen im Green Camping Bereich erfahrungsgemäß sauberer als auf dem normalen Gelände. Die Teilnahme beim Green Camping ist normalerweise kostenlos, eine vorherige Anmeldung ist jedoch meistens Pflicht. Schaut einfach mal vorher auf der Internetseite des Festivals vorbei.

3) Wasser

Glasflaschen sind auf dem Festivalgelände generell tabu und auch andere Flaschen sind offiziell meist auf dem Gelände verboten. Wer ein bisschen seinen Charme spielen lässt, kann jedoch häufig die (leere!) klean kanteen Flasche am Sicherheitsmenschen vorbei aufs Festivalgelände schmuggeln. Fast immer gibt es dort Wasserhähne, an denen sich die Behältnisse auffüllen lassen. Am besten vorher schonmal recherchieren, wo sich entsprechende Wasserstellen befinden. Zur Not kann man auch einen wiederverwendbaren Becher (z.B. diesen) mitnehmen und immer wieder mit Wasser befüllen.

4) Essen:

Die Zeiten, in denen man ausschließlich die Wahl zwischen Currywurst, Pizza und Pommes hatte, sind zum Glück vorbei. Trotzdem ist es mit dem leiblichen Wohl manchmal schwierig bestellt, vor allem wenn man sich vegetarisch/vegan ernährt und das Budget begrenzt ist. Magen- und budgetfreundlicher ist es da, ein paar Basics von zuhause mitzubringen, die ohne Kühlung auskommen, satt machen und gut schmecken. Bei gemäßigten Temperaturen relativ gut haltbar ist tendenziell alles, was ohne tierische Produkte (Fleisch, Milch, Eier, Käse) auskommt. Zum Beispiel:

  • Müsli mit Fruchtsaft statt (Soja)Milch
  • Taboulé (hält 2 Tage ohne Kühlung)
  • Hummus
  • Reiswaffel oder Knäckebrot mit Erdnussbutter
  • selbstgemachte Müsliriegel oder Energiebällchen (Kleingehackte getrocknete Datteln + gemahlene Nüsse (Mandeln, Kokosflocken, Haselnüsse…) + Kakao + Gewürze nach Geschmack verkneten und kleine Bällchen daraus formen)
  • vegetarische Bratlinge mit Getreide und Gemüse (halten sich ca 2 Tage)
  • Tomaten und Karotten für zwischendurch, wenn man kein Lust auf Süßes hat
  • Studentenfutter / Nüsse

Statt Einmalbesteck empfehlen wir schickes Bambus-Reisebesteck, mit dem man dann auch das Curry vom Festivalstand plastikfrei genießen kann. Bei einigen größeren Festivals (z.B. Southside) gibt es Foodsharing-Projekte, über die man nicht mehr benötigte Lebensmittel weitergeben kann. Ab und zu kann man Lebensmittel auch direkt an den örtlichen Tafelladen spenden.

IMG_5656 copy

5) Pfandflaschen

Viva con Agua ist dieses Jahr wieder auf Festivals wie dem Melt!, Hurricane und Chiemsee Open Air unterwegs und sammelt Pfandflaschen für den guten Zweck. Der Erlös geht an WASH-Projekte der Welthungerhilfe. Haltet Ausschau nach der blauen Flagge, die Jungs und Mädels sind mit ihren großen Tonnen überall auf dem Gelände unterwegs! Eine Liste mit Festivals gibt’s in Kürze hier.

6) Toiletten

Wer keine Lust auf Dixies hat, für den liefert Goldeimer die ökologisch korrekte und garantiert ekelfreie Alternative. Die mobilen Kompostklos bieten einen Toilettengang in Wohlfühlatmosphäre und stehen für geschlossene Wertstoffkreisläufe, indem sie das Häufchen in Humus verwandeln. Ganz natürlich, alles ohne Chemie. Ein Bonus: Alle Erlöse fließen in Wasserprojekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe.

7) Hygiene

Ein Tipp für Mädels: Menstruationsbecher wie Lunette und Ruby Cup mögen für manche gewöhnungsbedürftig sein, gerade auf Festivals sind sie allerdings äußerst praktisch. Es fällt kein Müll von Tampons und Co. an und sie können auch auf Komposttoiletten verwendet werden. Manch einer mag das anders sehen, doch auch auf Festivals gehört für uns eine anständige Körperhygiene dazu. Zum Duschen empfehlen wir biologisch abbaubares Duschgel von Dr. Bronner’s. Es kann zur Not auch als Shampoo, Spülmittel oder sogar Zahnpasta (die Pfefferminzvariante) verwendet werden und ist freundlich zu Haut und Umwelt. Am besten natürlich in Kombination mit der umweltfreundlichen Bambuszahnbürste.

8) Müll

Regelmäßig bleiben nach den Massenspektakeln riesige Müllberge von zerstörten Zelten, alten Dose und verschütteten Ravioli zurück. 15 kg Müll lässt jeder Besucher im Schnitt zurück (Quelle) Bei ein paar tausend Leuten kommt da einiges was zusammen. Bei den meisten Festivals ist daher mittlerweile auf dem Ticket ein Müllpfand integriert, das man gegen einen gefüllten Müllsack am Ende wieder zurückbekommt. Dennoch gleicht das herkömmliche Festivalgelände mit Überresten von Zeltstangen und Co. am Sonntag meist einem Schlachtfeld. Unser Appell daher: Nehmt euer Zelt nach Festivalende mit nach Hause (und bringt es im nächsten Jahr wieder mit). Oder bucht gleich mit euren Freunden zusammen eins der Mietzelte – Stichwort: „Mein Zelt steht schon“ – die auf vielen Festivals für kleines Geld bereit stehen. Netter Nebeneffekt: ihr bekommt garantiert einen strategisch günstigen Platz!

9) Handy

Smartphoneakkus halten bekanntlich selten länger als einen Tag. Damit ihr auch noch am Samstag schöne Fotos machen könnt, empfehlen wir das Changers Solarladegerät. Es ist mit allerlei Adaptern ausgestattet und kann einfach innen an die Fensterscheibe vom Bulli geklebt werden. Auf einigen Festivals (z.B. MS Dockville, Hurricane, Sonne Mond und Sterne) gibt es auch mobile Ladestationen, an denen man sein Smartphone mit solarer Energie aufladen kann.

10) Wetter

Tropische Hitze, Gewitter, Sturm, Sturzregen – die Erfahrung zeigt, dass man auf Festivals wettertechnisch nichts ausschließen sollte. Viel unnötiger Müll entsteht durch die dünnen Plastikregenponchos, die sowieso nicht halten und improvisierte Regenkleidung, bestehend aus Mülltüten und Gaffatape. Ökologisch ist daher, wer vorbereitet ist. Unser Tipp: Investiert lieber einmal in ordentliche Gummistiefel und eine Regenjacke oder einen Friesennerz – letzteren gibt’s auch Secondhand –  die ihr jedes Jahr wiederverwenden könnt. Oder wählt zumindest die kompostierbare Variante aus Kartoffelstärke.

11) Bonus: Der Festival-Look

Unbenannt1 Klar sieht der weiße Hippie-Boho-Style à la Coachella super aus. Doch jeder der schon mal 3 Tage im Matsch gezeltet hat, weiß, Schwarz ist die Farbe der Stunde. Üppige Accesoires scheinen mittlerweile Eintrittsbedingung für viel Festivalgelände zu sein. Wir finden mal wieder, weniger ist mehr und setzen lieber auf nachhaltige Festival-Essentials wie Wasserflasche und Bambus-Besteck. Mit unserer Upcycling-Bauchtasche habt ihr alles Wichtige dabei und die stylische Holz-Sonnenbrille spart den Concealer am Morgen danach.

Aber jetzt viel Spaß und genießt den Festivalsommer!