Fashion Revolution Day 2015

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Laura, 22 Jahre alt, macht seit April ein Praktikum bei uns. Sie hat ihre persönlichen Eindrücke zum Thema Fashion Konsum, wie wir finden, ziemlich gut auf den Punkt gebracht:

Mit 13 habe ich bei Pimkie Hosen und Tops gekauft, die immer nach Chemie rochen. Mit 15 Klamotten bei H&M, die rochen besser und sahen auch wesentlich besser aus. Als ich 18 war, habe ich angefangen bei American Apparel und Second Hand zu shoppen. Das war hip und cool. Meine Basics habe ich trotzdem bei H&M und Co. gekauft. Wer will schon 25 € für eine Leggins ausgeben, wenn es auch für die Hälfte geht?

Als ich 20 wurde, stürzte Rana Plaza ein (eine Bekleidungsfabrik in Bangladesch) und erst da begann ich, mir ein paar Gedanken zu machen. Über Kleidung, Mode und die Menschen, die sie möglich machen.

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People Tree macht mit bei der Fashion Revolution

Viele hat der Einsturz der Fabrik vor zwei Jahren schockiert und getroffen. Wie so oft ist die öffentliche Entrüstung, über skandalösen Arbeitsbedingungen und Missachtung von Menschenrechten, schnell wieder verebbt. Auch ich habe meinen guten Vorsatz, nie wieder bei H&M, Zara und Co. zu shoppen, nicht gehalten. Trotzdem war dieser Einsturz ein Weckruf. Ein Weckruf, der mir bewusst gemacht hat, dass andere einen viel höheren Preis zahlen, als den, der bei mir auf dem Preisschild steht.

Der Fashion Revolution Day soll uns genau an diesen Schock, die Bestürzung und die guten Vorsätze erinnern. Am 24.04.2013 starben 1133 Menschen in den Trümmern von Rana Plaza. Zusammen mit 2500 Verletzten sind das 3633 Opfer zu viel. Sie repräsentieren nur einen kleinen Teil der Menschen, die im Elend leben und deren Rechte missachtet werden, damit wir möglichst oft und günstig neue Klamotten kaufen können.

Aber was kann man tun? Ein ethischer und ökologischer Lebensstil erfordert Zeit und Geld. Dinge, die viele nicht bereit sind zu investieren. Wir haben uns gemütlich in der Konsumgesellschaft, eingerichtet. Zwischen Wegwerf-Klamotten und giftigen Chemikalien, die am anderen Ende der Welt verschüttet werden. Die Wahrheit ist leider fast immer unbequem. Wer einmal versucht hat ethisch und ökologisch korrekt zu leben, weiß, dass das nicht so einfach ist. Alte Gewohnheiten lassen sich schwer ändern.

Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr coole Marken, die fair & sozial produzieren und auch auf ihre Rohstoffe achten. Da Eco Fashion immer mehr gefragt ist, merkt man auch, dass sich beim Preis was getan hat. Und ganz ehrlich, früher haben wir ja auch für eine Markenklamotte oder einen neuen Sneaker mehr Geld ausgegeben, als wir ausgeben wollten.

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Auch die ETHLETIC macht mit bei der Fashion Revolution!

Vor einem Monat habe ich mein Praktikum bei Avocado Store begonnen, weil ich mich eben nicht damit abfinden will, dass ich/du/wir nichts ändern können. Ich will mehr über diese neuen Marken und deren Produktion wissen. Wir als Verbraucher sind die Kraft, die die Veränderung bringen kann. Nur weil immer mehr Verbraucher fragen „#WHOMADEMYCLOTHES?“, haben große Mode-Konzerne begonnen, ihre Konzepte zu überdenken und neue Lösungen zu suchen. Doch der Weg ist noch lang.

Auch daran soll uns der Fashion Revolution Day heute erinnern. Alles fängt bei uns an. Große Veränderungen fangen klein an. Diese vielleicht mit einem Hashtag.

Du willst nachfragen? Lieblingsklamotte verkehrt herum anziehen, Selfie mit dem Etikett schießen, bei Instragram, twitter oder facebook hochladen und das Label fragen #whomademyclothes?
Mehr Infos auf
http://fashionrevolution.org/ und faire Mode wie immer auf www.avocadostore.de

FRD

Die Avocadostore-Girls zeigen Etikett!