Weihnachtsbaum 2.0 – es geht eben auch anders

Huch, schon wieder 1. Advent! Es werden Plätzchen gebacken, Geschenke besorgt und so manch einer macht sich sicherlich auch schon Gedanken über seinen Christbaum. Aber habt ihr euch schon mal wirklich Gedanken über euren Christbaum gemacht?

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Weihnachtsbäume haben eine lange Tradition und gehören einfach zum Weihnachtsfest dazu. Der Weihnachtsbaum steht als immergrünes Gewächs traditionell für das Leben. Ziemlich paradox wenn man bedenkt, dass sie nur ein paar Wochen – manchmal sogar nur ein paar Tage – als Deko dienen. Dafür werden jedes Jahr zwischen 20-25 Millionen Bäume erst gefällt und dann weggeschmissen.  20-25 Millionen Bäume allein in Deutschland!

Aber nicht nur das: Die hohe Nachfrage an Nadelbäumen verdrängt in vielen Gebieten die natürlich gewachsenen Mischwälder und damit viele einzigartige Lebensräume. Der Großteil der in Deutschland verkauften Bäume kommt tatsächlich auch aus Deutschland, und wird in Monokulturen angebaut. Die Folge sind relativ hohe Pestizid-Einsätze, die zum einen das Grundwasser verunreinigen, zum anderen hat man dann eben so ein „Pestizid-Bäumchen“ im Wohnzimmer stehen. In den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach besonderen, exotischen Bäumen. Diese werden dann in aufwendigen Transporten zu uns gebracht, nur, um in ein paar Wochen weggeschmissen zu werden. Alles Fakten, die man im heimeligen Weihnachtsrausch nur selten bedenkt. Was also tun?

Statt einen Tannenbaum zu kaufen und nach den Festtagen wieder wegzuschmeißen, gibt es immer öfter die Möglichkeit Tannenbäume bei Baumschulen zu leihen. Die Bäume kommen dann mit Wurzeln und anstatt auf der Müllhalde zu landen, werden sie im neuen Jahr wieder eingepflanzt. Wer in Düsseldorf oder Köln wohnt, kann z.B.  einen Baum vom Start-Up Happy Tree mieten. Informiert euch, vielleicht wird das auch bei euch angeboten. Oder fragt bei eurem bisherigen Baum-Verkäufer nach. Wenn die Nachfrage nach solchen Bäumen steigt, werden diese auch in Zukunft vermehrt angeboten werden.

Für alle, die nicht aus dem Rheinland kommen oder keinen Baum mit Wurzeln in ihrem Wohnzimmer stehen haben möchten, gibt es natürlich auch noch andere Alternativen, z.B. Dekobäume, die man jedes Jahr wiederverwenden kann. Diese sind dann aus umweltfreundlichen Materialien und sorgen genauso für weihnachtliche Stimmung. Wir haben euch mal ein paar Beispiele rausgesucht:

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Von „kidsonroof“ gibt es einen originellen Christbaum, der Dekoration und Lernspiel in einem ist. Das 3-D-Puzzle besteht aus 150 Teilen, die mit viel Liebe zum Detail aus recyceltem Karton hergestellt sind. Trotz allem ist er natürlich stabil. Mit 75cm ist er sicherlich nicht der Größte, aber es kommt ja auf die inneren Werte an ;-)

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Wer es dezenter mag, für den sind die Christbäume von mia vico genau das Richtige. Diese Holzweihnachtsbäume werden in Werkstätten von Menschen mit Behinderung in Deutschland gefertigt. Die Lichterkette und die schönen, mundgeblasenen Kugeln sind im Lieferumfang enthalten. Die Kugeln halten an magnetischen Punkten an den Ästen, sodass man auch gut eigene magnetische Deko an den Baum hängen kann.

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Die Holzweihnachtsbäume von Raumgestalt sind noch etwas schlichter. Die Bäume werden im Schwarzwald hergestellt und werden mit Porzellan-Sternen und Porzellan-Teelichtern geliefert.  Die Sterne können mit der beiliegenden Schnur an den dafür vorgesehenen Stellen befestigt werden.

Wer immer noch nicht überzeugt ist und trotzdem noch auf einen „echten“ Weihnachtsbaum besteht, der kann auch nach dem Weihnachtsmarkt in seiner Stadt gucken, ob er da nicht einen Baum haben kann. Oft landen die Bäume nach den Märkten auf der Müllhalde und die Weihnachtsmarktbetreiber freuen sich, dass sie sich nicht um die Entsorgung kümmern müssen.

Oder man pflanzt einen Baum im eigenen Garten (falls vorhanden) und schmückt diesen. Das ist mit Sicherheit etwas aufwändiger, aber diesen Baum genießt man das ganze Jahr!

Und für wen das alles keine Option ist, der kann im eigenen Interesse zumindest auf heimische Bäume mit FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel zurückgreifen, da viele Bäume einen wahren Giftcocktail aus Herbiziden, Breitband-Insektiziden und Mineraldünger enthalten.

Denn eines kann der Weihnachtsbaum ja besonders gut: Weihnachtliche Stimmung verbreiten! Auf ihn zu verzichten wäre schon sehr schade.

In diesem Sinne, genießt die Adventszeit!

Christian, Praktikant bei Avocado Store

 

P.S.: Wer nach schöner Deko und Weihnachtsbaumschmuck sucht, der wird hier fündig:

 

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Oder bastelt selbst etwas:

http://www.iheartnaptime.net/coffee-filter-trees

http://deavita.com/dekoration/weihnachtsdeko/weihnachtsbasteln-mit-papier-upcycling-weihnachtskarten.html

http://violetandgrey.blogspot.co.at/2012/10/buchbaum-tutorial.html

http://www.popsugar.com/smart-living/Cool-Upcycling-Projects-24338804#photo-31415664