Ein Schrecken ohne Ende? Was unser Elektroschrott so alles anrichtet!

Jedes Jahr ein neues Smartphone? Wir machen es möglich! Ein verlockendes Angebot, oder? – Auf Werbebannern wie diese treffe ich hin und wieder einmal.

Das neueste Smartphone, der noch leichtere Laptop, das noch ausgefeiltere Tablet, und immer so weiter – Ich könnte unbegrenzt fortfahren. Jedes Gerät muss heute immer besser, schicker und vor allem NEUER sein. Das ist die Devise.

Aber was passiert dann eigentlich mit den ausrangierten Geräten? Klar, die werden zu Hause erstmal im hintersten Bereich der Krimskrams-Schublade verstaut. Wer weiß, vielleicht brauche ich das Ding ja noch mal. Mein neues Smartphone wird es eh nicht länger als 1 oder 2 Jahre machen. Naja, Hauptsache es ist erstmal weg.

AnnaGanz ehrlich, wo landet das aussortierte Gerät? – Bei mir – einige gefühlte und manchmal auch leider reale Jahre später – im Elektroschrott. Und das ist erst der Beginn einer langen Reise, die all unsere elektronischen Geräte beginnen, nachdem wir sie dann endgültig wegwerfen.

E-Waste – Was war das jetzt noch mal?

TV, Computer, Mobiltelefon, Waschmaschine, Toaster, Fön – alle Produkte fallen unter den Begriff E-Waste, sobald sie dem Müllkreislauf zugeführt werden können oder bereits wurden. Jedes noch so kleine elektronische Gerät wird folglich früher oder später als E-Waste auf irgendeiner Schrotthalde landen.

Laut der StEP- Initiative (Solving the E-Waste Problem) produziert die weltweite Bevölkerung im Jahr ca. 40 Millionen Tonnen E-Waste. Im Durchschnitt macht das etwa 6 Kilogramm Elektroschrott pro Person!

E-Waste auf Abwegen – Wo unser Elektroschrott landet und was damit passiert

Vor allem in Ghana, aber auch in Nigeria, Pakistan, Indien und China landen unsere ausrangierten Teile. Dort verursachen sie riesige Müllhalden, die nicht nur unschön aussehen , sondern einen giftigen Cocktail aus Chemikalien wie Cadmium, PVC, Blei, PCB uvm bereithalten, die Nervensystem und Gehirn schädigenden [1]. Da unsere vermeintlich alten Smartphones und Computer aber auch aus edlen Rohstoffen wie Kupfer, Silber, Gold und Palladium bestehen, werden sie dort von Menschen, oft Kinder und Jugendliche, in ihre einzelnen Teile zerlegt. Dabei kommen die Menschen nicht nur mit den krebserregenden Stoffen in Berührung und atmen diese ein, die toxischen Stoffe gelangen außerdem in unsere Umwelt und verursachen immense Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt, an Land und in Gewässern.

Eine Infographik verschafft Euch noch einmal einen Überblick zu allen Daten und Fakten der E-Waste Problematik.

Wege aus dem Desaster – Was wird getan?

Es gibt mittlerweile viele Menschen, die sich mit dem Thema E-Waste auseinandersetzen und nach Lösungen für die Probleme suchen. Die StEP- Initiative setzt beispielsweise auf die drei folgenden Konzepte:

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Seit kurzem kann man beim Großkonzern Apple beobachten, dass dieser mehr und mehr auf Recycling setzt und gebrauchte iPhones und Co. mit dem Versprechen annimmt, diese verantwortungsbewusst zu entsorgen und in den Recycling Prozess zu führen [2].

Außerdem sehr interessant ist das Cradle-to-Cradle Konzept. Einem verwendeten Material wird hier, nachdem es in einem Produkt ausgedient hat, ein neuer Zweck zugesprochen. In einer Welt aus Cradle-to-Cradle Produkten gäbe es somit keinen Müll mehr. Aus einer Kaffeemaschine wird Spielzeug und aus dem Spielzeug werden Teile eines Staubsaugers. Spannend, für mich jedoch noch etwas abstrakt in der Umsetzung.

How to – Was ich gegen die Berge an E-Waste tun kann.

Als Konsument stehen mir bereits diverse Möglichkeiten offen, die Müllberge elektronischer Geräte anzugehen oder zumindest zu ihrer Reduzierung beizutragen. Hier einige wertvolle Tipps:

  1. Haltbare Produkte kaufen, sich also vor einem Kauf gründlicher über die Lebensdauer informieren und eine Kaufentscheidung nicht ausschließlich von Preis, Funktion und Aussehen abhängig machen.
  2. Bei der Nutzung von Geräten auf einen besseren Umgang achten.
  3. Bei Mängeln zunächst nach Reparaturmöglichkeiten erkundigen und diese wahrnehmen, anstatt das Gerät gleich zu entsorgen.
  4. Ausrangierte Geräte an Initiativen oder Werkstätte spenden, anstatt sie gleich zu wegzuwerfen.

Klingt eigentlich gar nicht so schwer, oder? Um wirklich etwas gegen die Probleme zu tun ist es wichtig, sich nicht nur auf die Wissenschaft und politische Entscheidungen zu verlassen. Jeder sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und sich vor Augen führen, welche Auswirkungen Elektroschrott auf sich, seine Mitmenschen und die Natur hat.

Die Recherche zu diesem Blog hat mich auf jeden Fall wachgerüttelt und überzeugt: Auf geht’s! Reduce, recycle, repair and care for your e-Stuff!

Ebenfalls interessant – Tipps zur generellen Reduktion von Müll gibt es hier.

Quellen:

[1] http://www.step-initiative.org/index.php/Initiative_WhatIsEwaste.html
 http://www.zeit.de/2013/52/ghana-elektroschrott

 

Anna