Green Product Award 2013

Ihr habt tolle Ideen für nachhaltiges Produktdesign? Ihr träumt davon, eure Entwürfe zu realisieren und einen Prototypen herzustellen? Dann können wir euch den Green Produkt Award empfehlen. Noch bis zum 18. November können sich Produkt- und Industriedesigner, Studenten und Unternehmen bewerben. Wir haben mit Nils Bader gesprochen, der mit seiner Agentur für nachhaltige Kommunikation – white lobster – den Wettbewerb durchführt.

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AS: Hallo Nils, wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Award auszurichten, der seinen Schwerpunkt auf nachhaltiges Produktdesign setzt?

NB: Hallo Mimi, wir haben uns im Vorfeld lange mit dem Thema beschäftigt. In den vielen Gesprächen, die wir mit Experten an Hochschulen, in Verbänden, Unternehmen und Designstudios geführt haben, wurde klar: die Entwicklung nachhaltiger Produkte ist kein Trend mehr, es ist eine wachsende Bewegung. Aber um in der Masse der Produkte erfolgreich zu sein, ist das Design entscheidend. Damit meine ich sowohl die Gestaltung, als auch den konzeptionellen Ansatz.
Mit dem Award wollen wir diese mutigen Produkte würdigen. Gleichzeitig bauen wir ein Netzwerk auf, in dem Experten und Interessierte sich austauschen können, damit zukünftig mehr nachhaltige Produkte entstehen.

AS: Wer kann denn alles mitmachen? Was sind die Bedingungen?

NB: Teilnehmen können zum einen alle, die bereits nachhaltige Produkte oder Services am Markt haben. Zum anderen suchen wir Entwürfe oder Case Studies, die einen Blick in die Zukunft wagen.
Auf der Webseite des Green Product Award können die Teilnehmer pro Einreichung bis zu 10 Bilder und einen kurzen Beschreibungstext in ihrem Nutzerbereich einstellen. Hinzu kommen drei gesonderte Textfelder, in denen die Teilnehmer Ihre Ansätze hinsichtlich Design, Innovation und Nachhaltigkeit des Produktes oder der Idee beschreiben können.
Um zumindest einen Teil der Aufwände decken zu können, erheben wir eine Gebühr.
Etablierte Unternehmen und Designbüros zahlen 220 EUR, Newcomer nur 50 EUR je Einreichung. Für Studenten ist die Teilnahme komplett kostenlos. Damit sind die Kosten übrigens niedriger als bei anderen Awards.

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Quelle: https://www.gp-award.com/magazin/wasserflasche-aus-altpapier

AS: Was sind deiner Meinung nach Schwierigkeiten beim Entwickeln eines nachhaltigen Produkts und worauf wird bei der Bewertung geachtet?

NB: Bei der Entwicklung von Produkten gibt es extrem viele unterschiedliche Ansatzpunkte. Tools für nachhaltiges Produktdesign fokussierten sich bisher meist nur auf einzelne Aspekte oder waren sehr schwierig in den Produktentwicklungsprozess zu integrieren. Das hat auch unsere Studie „Nachhaltige Produktentwicklung“ gezeigt, die wir an allen deutschen Produkt- und Industriedesign-Lehrstühlen durchgeführt haben.
Durch unsere Arbeit haben wir aber auch vielversprechende Verfahren kennengelernt, die eine Navigation ermöglichen und hier tolle Impulse geben.
Bei den Einreichungen werden alle Ansätze der Einreicher von der Idee, über das Produkt, bis zur Entsorgung oder ggf. Nachnutzung bewertet. Eine Jury, auf die wir wirklich stolz sind, berücksichtigt die Perspektiven Design, Innovation und Nachhaltigkeit – auch, um den Teilnehmern ein breites Feedback geben zu können.

AS: Apropos Bewertung – was gibt es eigentlich für die Teilnehmer zu gewinnen?

NB: Zum einen erhalten alle Teilnehmer zu jeder Einreichung ein Feedback unserer Jury. Die besten Entwürfe werden als Prototypen im Gesamtwert von ca. 100.000,- € realisiert. Designer können auch ein Portfolio hochladen, damit wir sie bei Bedarf bei neuen Produktentwicklungen einbeziehen zu können.
Die besten Einreichungen bestehender Produkte oder Services erhalten den Award. Auch hierbei unterscheiden wir zwischen etablierten Unternehmen und Newcomern, um die Kräfteverhältnisse zu berücksichtigen.
Gewinner und Nominierte werden im Green Product Magazin vorgestellt und erhalten ein Siegel für die eigene Promotion. Und die Preisverleihung im kommenden Jahr nutzen wir gleichzeitig als Netzwerk-Event und Kontaktbörse.

AS: Das Feld Produktdesign ist ja riesengroß, in welchen Kategorien kann man sich denn bewerben?

NB: Das stimmt. Deshalb haben wir uns bei der Kategoriewahl an zwei Fragen orientiert: Wo halte ich mich auf? Was benutze ich häufig? Das führte zur Einteilung in die Kategorien Arbeitswelt, Kinder, Lifestyle, Mobilität, Wohn-Accessoires, Elektronik und Freestyle.
Die Kategorie Konsumgüter haben wir aufgrund etlicher Nachfragen etwas später aufgenommen, um auch einen Blick auf z.B. Lebensmittel oder Kosmetik zu werfen, wo sich wirklich einiges tut.
Wir haben jetzt schon ein paar spannende Einreichungen und sind sehr gespannt, was noch kommt.

AS: Nils, vielen Dank für das Interview.

Weitere Infos zur Teilnahme gibt es unter https://www.gp-award.com/ .

Bis zum 18. November könnt ihr eure Bewerbung noch einreichen.

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