KINDERSCHOKOLADE oder süße Verführung?

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SCHOKOLADE. Wer liebt sie nicht? Egal ob wir fasten oder nicht, zu Ostern haben wir bestimmt jede Menge davon in unseren Nestern liegen: Hasen, Schäfchen, Küken und Eier aus Schokolade. Mhhhh…!

Nicht nur pur, auch zum Backen und Kochen ist Schokolade eine hervorragende Zutat. Die verführerische Süßigkeit kurbelt unsere Endorphinausschüttung an und macht uns so rundum glücklich. Sogar das Herz-Kreislauf-System wird durch das Essen von Schokolade mit hohem Kakaoanteil gestärkt. Kein Wunder also, dass allein in Europa 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr verzehrt werden. Das macht für jeden von uns rund elf Kilogramm jährlich!

Zeit also, sich damit zu beschäftigen, wo die Süßigkeit herkommt, die wir (zumindest wir hier im Büro) täglich auf unsere Hüften packen. Wie sieht es mit der Herstellung von Schokolade aus? Woher kommen die Kakaobohnen und was wissen wir über den Anbau und die anschließende Produktionskette?

Gewöhnliche Schokolade, die wir in jedem Supermarkt wiederfinden können, kommt vorwiegend aus Afrika. In der Region um den Äquator wird der größte Teil der Kakaobohnen geerntet – die meisten an der Elfenbeinküste. Doch auf den Plantagen der Kakaohändler arbeiten nicht nur bezahlte Arbeitskräfte. Eine große Zahl der Arbeiter sind Kinder. Kinder zwischen 10 und 16 Jahren alt. Aus benachbarten Länder wie Mali über die Grenze zur Elfenbeinküste geschmuggelt. Oft entführen Händler die Minderjährigen aus ihren Dörfern, um sie anschließend an Plantagenbesitzer zu verkaufen. Sie arbeiten ohne Bezahlung, weit weg von ihren Familien und unter schlechten Bedingungen. In manchen Regionen der Elfenbeinküste arbeitet auch die Miliz mit den Händlern zusammen, was die Bekämpfung des Problems schwierig macht.

Großkonzerne wie Nestlé, Cargill oder Barry Calllebaut haben ihre Hauptquartiere an der Elfenbeinküste und beziehen fast die gesamte Kakaoernte der Region über Zwischenhändler. Die Bauern erhalten von den Zwischenhändlern umgerechnet einen Euro pro Kilo für ihre Kakaobohnen. Daraus werden dann von den europäischen Herstellern 40 Tafeln Schokolade erzeugt. Und wie viel kostet eine Tafel Schokolade im Supermarkt durchschnittlich? Richtig, ein Euro.

Stellungnahmen der Großkonzerne gibt es keine bzw. die wahren Umstände werden geleugnet. So verspricht Ali Lakiss, Chef des Riesenkonzerns Saf-Cacao, aus Angst vor dem Verlust des Millionengeschäfts mit den Kakaobohnen, in einem Interview, dass Kinder auf den Plantagen beschäftigt werden.

Auch Nestlé weigert sich der Stellungnahme zu den Vorwürfen. Zu den Schokoladenprodukten von Nestlé zählen die Süßigkeiten, die wir alle kennen. Unter anderem sind das KitKat, Smarties und Twix. Es gibt natürlich auch herkömmliche Schokoladenproduzenten, wie zum Beispiel Ritter Sport, die ihre Schokolade unter fairen Bedingungen herstellen.

NGOs und Journalisten versuchen Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen und gerade im letzten Jahr konnte man viele Berichte in der Presse finden. Worauf wir als Verbraucher, genau wie bei dem Kauf von anderen Lebensmitteln achten sollten, ist auch diesmal eine faire Herstellung. Bei der Bio Zartbitter Schokolade von Hanffarm oder den verrückten Zotter-Kreationen könnt ihr euch ganz sichersein, dass keine Kinderarbeit drin steckt. Wer lieber direkt Kakao Bohnen kaufen möchte, greift am besten zu denen von Taste Nature im Avocado Store.

Jeder Kauf gibt eine Stimme ab! Stimmt also gegen Kinderarbeit und für leckere Schokolade!

Mehr Infos zur Herstellung von Schokolade erfahrt ihr in der folgenden NDR-Reportage:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten257.html

Quelle: Focus, NDR