Blumen FAIRschenken

Es ist wieder so weit. Valentinstag naht mit großen Schritten, ob wir es wollen oder nicht. Für alle Liebhaber dieses Tages heißt es am 14. Februar wieder: Geschenke kaufen. Schokolade oder Blumen, ganz nach Belieben der Verliebten. Vor allem der Handel mit diesen Produkten hat aus dem Valentinstag das gemacht, was er heute ist. Aber woher kommen eigentlich die Blumen im Laden? Können wir sie mit gutem Gewissen kaufen und verschenken?

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Man bekommt Schnittblumen inzwischen überall. Sie werden immer billiger und immer öfter in Discountern wie Lidl oder Netto angeboten. Dabei sollten wir uns zunächst überlegen, ob die niedrigen Preise der Blumen überhaupt gerechtfertigt sind. Ist es möglich, einen Rosenstrauß mit einem Verkaufspreis von 2 Euro unter fairen Bedingungen herzustellen? Und woher kommen die Blumen eigentlich?

Die meisten Schnittblumen werden in den Wintermonaten zumeist aus Südamerika und Afrika importiert. Um die Blumen zu verarbeiten braucht es Arbeitskräfte. Diese werden vorwiegend sehr schlecht oder gar nicht von ihren Arbeitgebern bezahlt. In Kolumbien beispielsweise beträgt der Mindestlohn umgerechnet 245 Euro im Monat. Das Nationale Institut für Statistik und Zensus berechnete hingegen, dass für die Existenzsicherung einer vierköpfigen Familie dort mindestens 457 Euro erforderlich sind. Die Blumenfarm des multinationalen Unternehmens Falcon zahlte 200 seiner Beschäftigten Anfang 2012 weder Lohn noch Sozialversicherung aus.

Neben der Bezahlung gibt es weitere Probleme, die bei der Blumenproduktion an der Tagesordnung sind. Die Arbeiter kommen in direkten Kontakt mit Pestiziden, was verheerende Folgen haben kann. Der Einfluss von Chemikalien führt meistens zu erheblichen Gesundheitsproblemen bis hin zu tödlichen Vergiftungen. Auf eine entsprechende ärztliche Unterstützung können die Arbeiter nicht hoffen. Sie verlieren in den meisten Fällen durch ihre Arbeitsunfähigkeit ihre Jobs und können dadurch ihre Familien nicht mehr ausreichend ernähren.

Um die Rechte der Blumenarbeiter zu schützen, gehört es beim Blumenkauf zu unserer Aufgabe, darauf zu achten, woher die Blumen kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Da dies aber oft schwer festzustellen ist, hilft uns das Fair Trade Siegel auf der Verpackung. Dieses garantiert den Schutz der Rechte von Beschäftigten und das Einhalten von Fair Trade Standards auf den Blumenfarmen.

Solange wir Blumen mit Fair Trade Siegel kaufen, können wir uns sicher sein, dass die Arbeiter mit Respekt Behandelt werden, gesetzlich gesicherte Löhne und einen Gesundheitsschutz erhalten. Man kann auch beim Lieblings-Blumenhändler einfach mal nachfragen.

Müssen es immer Blumen am Valentinstag sein? Wie wäre es dieses Jahr mal mit etwas langlebigem? Bei Avocado Store gibt es zum Beispiel die Samenbomben. Einfach ein paar Samen im Garten oder in der Stadt, wo nicht so viel Grün wächst, verteilen. Nach wenigen Wochen kommt das blühende Ergebnis.

Wer es lieber etwas fruchtiger mag, findet vielleicht Gefallen an den Bäumen von Seed Evolution. Die Baumsamen stammen aus einer Manufaktur in Österreich und werden dort selbst geerntet und aufbereitet. Wer sich also an Valentinstag gegen Schnittblumen entscheidet, hat auch andere rosige Möglichkeiten, seinen Liebsten etwas Gutes zu tun. Nächste Woche erfahrt ihr, wie die faire Herstellung von Schokolade verläuft und worauf ihr beim Kauf der Naschwaren achten könnt.

Quellen: FIAN, FAIRTRADE Deutschland / Bild: www.br.de