Gebeutelter Planet

500 Plastiktüten benutzt ein durchschnittlicher EU-Bürger pro Jahr und das im Schnitt ca.23 Minuten lang. Plastiktüten sind in vielen Ländern ein schwerwiegendes Problem. Sie vermüllen Wälder und Meere oder werden oft von Land- und Meeresbewohnern gefressen.

In Mauretanien ist die Herstellung, Verbreitung und Nutzung von Plastiktüten deshalb seit dem 1. Januar 2013 verboten. Der Plastikabfall macht amtlichen Statistiken zufolge ein Viertel der jährlich in der Landeshauptstadt anfallenden 50.000 Tonnen Müll aus. Das Mauretanische Umweltministerium geht sogar so weit, dass bei Zuwiderhandlung Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr und Geldbußen von bis zu 2500€ drohen.

Andere Länder wie Botswana, Kenia, Ruanda oder China haben besonders dünne Plastiktüten verboten. Als erstes Land führte Bangladesch im Jahr 2002 ein Verbot von Plastiktüten ein. In Irland zahlt der Verbraucher für jede Plastiktüte eine Steuer, wodurch 98 Prozent weniger Plastiktüten in Umlauf gelangen. Wales und Italien haben dieses Modell übernommen. Auch in Indien, Frankreich und Teilen Australiens sind die Tüten verboten. Los Angeles verbietet derzeit testweise kostenlose Tüten an den Supermarktkassen. Auch die EU-Kommission erwägt ein Verbot von Plastiktüten. Doch bisher hat sich leider nichts getan.

Mauretanien ist somit nicht das erste Land, das ein Plastiktütenverbot durchsetzt, beachtlich ist jedoch, dass gerade Entwicklungsländer in diesem Bereich eine Vorreiterrolle übernehmen.

Plastic Facts

Etwa 100 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich aus Erdöl hergestellt. Der Kunststoff hat unschlagbare Eigenschaften: Er ist extrem haltbar und sehr billig in der Herstellung. So billig, dass die weltweite Recyclingrate bei wenigen Prozent liegt – bei Plastiktüten sind es sogar nur 1%. Etwa 10% der Kunststoffe landen letztendlich in unseren Weltmeeren.

Plastikteppiche

Zwei Drittel davon sinkt auf den Meeresboden ab und beeinträchtigt das Ökosystem der Meere. Das andere Drittel (in der Karte in Form von gelben Punkten dargestellt) treibt auf der Meeresoberfläche. Der größte Müllstrudel, mit etwa drei Millionen Tonnen, hat sich zwischen Kalifornien und Hawaii gebildet. Angetrieben durch Wind und Strömungen dreht sich diese schwimmende Müllhalde in einem riesigen Wirbel auf dem Ozean und ist etwa so groß wie Mitteleuropa.

Neben der großen Umweltverschmutzung, die Plastiktüten während des Herstellungsprozesses und nach unsachgemäßer Entsorgung verursachen, bringen Sie auch vielen Meeres-, Wild- und Nutztieren, die das Plastik mit Nahrung verwechseln, den Tod.

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Toter Albatros (Foto: Royal Albatross Centre, Dunedin NZ)

Unmittelbar betroffene Tiere sind beispielsweise Albatrosse. Die Elterntiere verwechseln das Plastik mit Nahrung und füttern es ihren Jungen. Der Magen der Küken füllt sich so nach und nach mit Kunststoff. Mit der Zeit verhungern oder verdursten die Jungtiere. Wie viel Plastik sich im Magen eines Albatros ansammeln kann zeigt das folgende Bild sehr anschaulich:

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Mageninhalt eines Albatros (Foto: Royal Albatross Centre, Dunedin NZ)

Was können wir also tun, um etwas zu ändern?

Die einfachste Lösung ist, beim Einkauf Tüten selbst mitzubringen! Das ist umweltfreundlich und sieht auch noch gut aus! Trendige Eco-Shopper und andere nützliche Taschen in toller Qualität findet ihr zum Beispiel hier.

Um ein Verbot von Plastiktüten zu fordern, könnt ihr außerdem die Petition vom Projekt Umdenken unterschreiben. Go for it!

Genießt das neue Jahr- ganz ohne Plastiktüten,

Nadja