Guerilla Gardening, ein botanisches ManiFEST

Ein Schrebergarten? Am Wochenende auf Knien ins Beet und Garten-Nachbarn, die die Hecke mit der Wasserwaage kontrollieren?

Ich gebe zu, mein Bild von SCHREBERGARTEN ist überarbeitungswürdig. Uns Großstadtmenschen ist der Bezug zur Natur etwas abgekommen.

Doch klammheimlich und zum Glück hat sich die Natur wieder zurück in unser Herz geschlichen: Immer mehr engagieren sich in Gemeinschaftsgärten wie dem Prinzessinnengarten in Berlin oder dem Gartendeck auf St. Pauli und gärtnern dort nach Feierabend oder am Wochenende gemeinsam. Gärtnern ist cool!

Neben dem Urban Gardening, hinter dem vor allem die Selbstversorgung in der Stadt und das Wiedererlernen (Reskilling) vom Nahrungsmittelanbau steht hat sich noch eine weitere Form des Gärtnerns entwickelt: Guerilla Gardening. Wie der Name schon sagt: revolutionär und auch politisch motiviert. Guerilla Gardening hat Protestcharaker – positiver Protest mit ganz viel Schöpfungskraft!

Während andere schlafen, verändern sie die Nacht

Guerilla Gärtner ackern auf eigene Kosten und ohne offizielle Erlaubnis: Bei Nacht und Nebel stecken sie Blumenzwiebeln auf Verkehrsinseln, begrünen Schlaglöcher, säen Sonnenblumen auf Grünstreifen und werfen Samenbomben an schwer zugänglichen Stellen.

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Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Das Motto: Der öffentliche Raum gehört allen, und nicht nur dem Grünflächenamt!

Die Ursprünge

Erstmals ist das Guerilla Gardening in den Siebzigern als politische Protestbewegung aufgekommen. Heute ist es zu einer weltweiten Bewegung angewachsen und gewinnt immer mehr Anhänger. Vom Globalisierungsgegner zum Guerillo, bewaffnet mit Schaufel und Gießkanne!

Als Kopf der Bewegung wird der Londoner Richard Reynolds gesehen. Mit seiner ersten Aktion wollte er aber nicht die Welt retten oder eine Revolution starten, seine Beweggründe waren viel banaler: Reynolds wollte das vermüllte Blumenbeet vor seiner Wohnung verschönern. Die Beete darf Reynolds inzwischen legal beackern und wird offiziell von der Stadt dafür bezahlt.

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In seinem Buch Guerilla Gardening beschreibt er das Phänomen von den Ursprüngen des Guerilla-Begriffs bis zu Beispielen für blühenden Spuren, die Outlaw-Gärtner in aller Welt hinterlassen haben. Zudem gibt es praktische Tipps zu Taktik, Öffentlichkeitsarbeit und natürlich Beratung im Umgang mit den botanischen Waffen.

Seedbomb-Worksop bei uns im PopUp Store

Um zusammen mit euch den floralen Protest zu unterstützen, haben wir im Rahmen unseres PopUp Store Programms einen Seedbomb-Workshop geplant: Seedbombs oder Samenbomben sind kleine, etwa nussgroße Kugeln aus Erde, Tonpulver und einheimischen Wildblumen-Samen. Die Mischung aus Erde und Ton verhindert dass die Samen austrocknen, durch Regen weggeschwemmt oder von Vögeln und Eichhörnchen für Futter gehalten werden. Samenbomben eigenen sich super um schwer zugängliche Flächen zu begrünen, auf die Wurftechnik kommt es an!

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Gemeinsam werden wir bei uns im PopUp Store am 24. Mai ab 13 Uhr den ganzen Tag Seedboms rollen. Kommt auf eine Lemonaid oder leckeren Kaffee von Coffee Circle vorbei und baut euch dabei eure eigenen Seedbombs – lasst Hamburg erblühen!

Keep seeding!

Nadja