Selbstversuch Nr.2: Wasser sparen

Letzte Woche grüner Putzen, diese Woche übe ich mich im Wasser sparen. Der 22. März ist weltweit der Tag des Wassers und daher nehme ich mir den edlen Tropfen heute mal genauer vor.

Glück aus dem Hahn!

Es ist ein echtes Glück, dass immer sauberes Trinkwasser aus unseren Wasserhähnen sprudelt– Das ist nicht an auf jedem Ort der Welt selbstverständlich. 900 Millionen Menschen haben kein Zugang zu sauberem Wasser.

Dazu kommt: 2/3 der Weltbevölkerung werden in 13 Jahren keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Verursacht wird dies vor allem durch die großen Industrie-und Agrarbetriebe. Da ich auch ein Nachfrager dieser produzierten Waren bin, möchte ich gerade heute meinen Wasserkonsum genauer betrachten.

Was habe ich konkret für Möglichkeiten Wasser zu sparen?

Was ich vorher auch nicht wusste: Es gibt zwei verschiedene Arten von Wasserverbrauch.

So gibt es zum einen den echten Verbrauch:

Darunter fallen tägliche Dinge, wie Duschen, Toilettenspülung, Wäsche/ Geschirr waschen, Hände-oder Auto waschen etc.

Möglichkeiten diesen Wasserkonsum einzuschränken sind weitgehend bekannt: Nicht stundenlang duschen, den Wasserhahn nicht laufen lassen beim Zähne putzen und so weiter!

Das sind Dinge, die jeder nachvollziehen kann.

Wir haben Glück das wir in Deutschland genug Trinkwasser zur Verfügung haben. Es ist sogar so, dass durch einen sinkenden Verbrauch Probleme entstehen können. Die Abwässer fließen schlechter ab und die Kanäle verrotten. Ein schonender Umgang mit Wasser ist trotzdem wichtig, gerade im Hinblick auf den Klimawandel: Je weniger der Mensch auf den Naturhaushalt eingreift, desto besser ist es für die Umwelt.

Heißt für mich, ich kann sogar mehr sparen bei den Dingen, die nicht offensichtlich etwas mit Wasser zu tun haben.

Virtuelles Wasser:

Das ist das gesamte Wasser, das bei der Herstellung einer Ware genutzt wird.

Fakten statt Worte:

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Zusammenfassend ist zu sagen, dass unser Wasserverbrauch nicht bei 135 Liter echtem Verbrauch bleibt.  Durch den virtuellen Verbrauch steigt er auf 4131 Liter Wasserverbrauch pro Tag an.

Eine Badewanne braucht 60-70 Liter nur mal so als Hausnummer…

Mein Verbrauch ungeschönt und echt:

–  meine Tasse Kaffee und die zwei Scheiben Brot heute morgen, schlagen schon mit 220 Liter zu Buche

– ich trage Jeans und ein normales Baumwollshirt – die Herstellung dieser zwei Kleidungsstücke kosten schon 10200 Liter Wasser.

An diesem Punkt mache ich lieber nicht weiter mit der Konsumaufzählung, sondern konzentriere mich auf die Möglichkeiten meinen Konsum nachhaltiger zu gestalten.

Ergebnis: virtuellen Wasserverbrauch verkleinern = Konsumverhalten verändern

Die erste Möglichkeit meinen Konsum zu verändern:  Die richtigen Produkte für unseren Kühlschrank und den Vorratsschrank auswählen!

Der Anbau von Obst beispielsweise erfordert im Wüstenklima wesentlich mehr Wasser als in gemäßigten Zonen. Hier hilft der Konsum von regionalen und saisonalen Obst, Gemüse und Fleischprodukten.

Die Geschichte mit dem Kaffee.

Für den Anbau von Kaffeebohnen in den südlichen Regionen, wie Brasilien und Kolumbien, werden Bewässerungssysteme gebraucht. Dadurch werden im weltweiten Durchschnitt für ein Kilo Röstkaffee 18.925 Liter Wasser verbraucht.

Wir wissen alle, das Leben ohne Kaffee ist nicht besonders leicht…ABER: Um seinen persönlichen Wasser-Kaffee Fußabdruck trotzdem zu verringern, sollte man Kaffee mit Bio-Siegel bevorzugen. Er wird ohne Dünger und Pestizide produziert. Das verringert den Fußabdruck deutlich, insbesondere der ,,graue“ Wasseranteil  wird verbessert und damit die schädlichen Umweltauswirkungen.

Zuletzt unser Kleidungskonsum:

Die Kleidung, die auf dem Etikett keinen Hinweis trägt, besteht aus konventionell hergestellter Baumwolle. Bei deren Herstellung wird kaum Rücksicht auf ökologische Richtlinien genommen. Und dann kostet die Herstellung eines Baumwollshirts auch mal locker 2200 Liter Wasser.

Hersteller von Ökobaumwolle bewerben ihre Produkte mit den Siegeln wie GOTS. Durch die anderen Herstellungsprozesse benötigt die Herstellung eines Bio-Baumwollshirts ,,nur“ 1000 Liter Wasser. Was ja schon einmal eine gewisse Reduktion ist.

Mein neues „Care or die“ Shirt zum Beispiel erfüllt alle Kriterien und besteht aus Bio-Baumwolle.

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Ehrlich gesagt, man fühlt weder ein Unterschied im Tragekomfort noch vom Design.

Also Eco-Fashion schockt! Verringert zwar geringfügig unseren virtuellen Wassergebrauch, aber auch Rom wurde nicht an einem Tag gebaut. Und so sind auch kleine Schritte, eben Schritte in die Richtung unsere Welt nachhaltiger zu gestalten. Check!

Damit verbleibe ich für heute und wünsche Euch einen bewussten Weltwassertag!