Tag des Wassers – 22.03.2011

Es ist acht Uhr früh: Ich genieße meinen Kaffee und überfliege die Zeitung. Welt-Wasser-Tag ist heute, soso. Hauptsache, man hat so für alles einen Tag. Mein Sarkasmus bleibt mir aber prompt im Hals stecken. Ein Test gibt tiefste Einblick in meinen virtuellen Wasser-Fußabdruck. Ich kannte das bisher nur für den CO2-Verbrauch. 120 Liter Wasser werden für die Herstellung meiner Tasse Kaffee benötigt. 7000 Liter spüle ich durchschnitllich pro Jahr das Klo hinunter. Alles reines Trinkwasser versteht sich – ich lebe auf einem ziemlich großen Wasser Fuß (abdruck)…und dann sagt mir meine Zeitung noch so nebenbei, dass eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Und ich nehme als so etwas Selbstverständliches an, dass ich schon die Krise bekomme, wenn die Hausverwaltung mal für drei Stunden das Wasser abstellt. Und da bin ich mittendrin im Gedankenkarusell…

Seit 1993 ruft die UN jedes Jahr am 22.03. zum Welt-Wasser-Tag auf und macht darauf aufmerksam, dass wir zwar vom Wasser umgeben sind, aber tatsächlich nur 2,5 % des Wassers als Trinkwasser nutzen können.

Ein Durchschnittsinder verbraucht 25, der Durchschnittsdeutsche immerhin schon 129 und der Bewohner aus der Wüstenstadt Dubai verbraucht 500 Liter Wasser durchschnittlich am Tag. Das Bild von der blühenden Wüstenstadt ist schon manifestiert, bevor ich überhaupt den Kaffee ausgetrunken habe.

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„Wasser für die Städte: Antwort auf urbane Herausforderungen“

Unter diesem Motto werden heute in vielen Städten von Hamburg bis Barcelona Aktionen stattfinden: Ich möchte hier einmal kurz die Jungs und Mädels von Viva on Agua erwähnen. Seit Jahren betreiben sie erfolgreich Kampagnen und machen auf eine so angenehme Art auf den Notstand aufmerksam, dass sich endlich auch Promis gern mit dem Thema beschäftigen. Viva con Agua Teams legen sich heute in leere Badewannen und machen Wasserschlachten ohne Wasser und beweisen mit ihren Aktionen obendrein, dass es Spaß macht sich großen Themen zuzuwenden.

Heute wäre also ein guter Tag genauer hinzugucken: 120 Liter Wasser für den Coffee to go? 1000 Liter Wasser für ein Steak zum Mittag? Vielleicht fange ich mit kleinen Schritten an. Ein bisschen kann auch ich sparen, ohne auf geliebte Gewohnheiten zu verzichten. Ein Wasser-Sparaufsatz kostet wenig und bringt schon mal was.

Aber Bilder sind schöner als der Zeigefinger; daher gibt es zum Abschluß ein paar schöne Aussichten: So kurz nach Frühlingsanfang verzaubern diese auch den letzten Miesepeter in ein Schmunzelmonster und machen deutlich, wie schön Wasser ist. Daher sollten wir es schützen und darauf aufpasen: Wie auf unseren schönsten Schmuck, das wertvolle Auto und unsere Kinder – das Wertvollste sollte einem nicht erst dann wertvoll erscheinen, wenn es weg ist.