Neue Erkenntnisse zur Energiebilanz von „Bioplastik“

Es war einst ein schöner Gedanke: Wenn man nur ein biologisch abbaubares Plastik hätte. Es würde zwar die Unmengen an Plastikmüll der weltweit anfällt nicht verringern, aber die Auswirkungen auf die Umwelt würden merklich gemindert.

Bioplastik

Nun gibt es seit einigen Jahren diese Alternativen zu herkömmlichem Plastik. Die Biopolymere haben den Vorteil, dass sie biologisch abbaubar und weniger toxisch sind und dazu erneuerbare Ressourcen bei ihrer Herstellung verwendet werden.
Wie eine Forschergruppe der University of Pittsburgh jedoch kürzlich in einer Studie zeigte, macht die Herstellung der Ausgangsstoffe die Energiebilanz von Biopolymeren zu nichte.

„Die Landwirtschaft und die chemische Verarbeitung, die zur Produktion nötig sind, verschlingen ebenfalls Energie und setzen Unmengen an Düngemittel und Pestiziden in die Umwelt frei“, berichtet Studienleiter Michaelangelo Tabone. Die Forscher untersuchten dazu zwölf verschiedene Polymere, die als Grundlage Zucker und Maisstärke (PLA-NW und PLA-G), Maisstängel (PHA-S), Maiskörner (PHA-G), Erdöl (PVC, PC, HDPE, PET, LDPE) oder Propengas (PP) verwenden. Als Ausgangspunkt nahmen sie eine 30 Gramm schwere Kugel des jeweiligen Polymers und untersuchten jeweils den gesamten Lebenszyklus. Dabei berücksichtigten sie Einflüsse auf die Umwelt, Gesundheit, Energieeinsatz, Rohmaterialien und zur Produktion nötige Chemikalien. Dann prüften sie, wie verträglich und energieintensiv das Endprodukt und dessen Abbau ist.

Das Fazit: Auch Biopolymere überdüngen die Gewässer und zerstören die Ozonschicht. Zwei der Maisvarianten tragen maßgeblich zur Versäuerung der Umwelt bei, jene auf Maiskörner-Basis braucht zudem beträchtliche Mengen fossiler Treibstoffe.
Obwohl Bioplastik durch seine schnelle biologische Abbaubarkeit die bessere Alternative bleibt, heißt das Ziel für die Zukunft wohl eher: Plastikmüll vermeiden, anstatt Ersatzpolymere zu nutzen.
Denn „echte“ Umweltverträglichkeit ist nur in Gesamtzyklen denkbar.