Darf’s noch ein bisschen Bio sein? – Haben Bio-Lebensmittel Vorteile gegenüber konventionellen Produkten?

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Wenn es um  „Bio“ geht kann nicht oft genug betont werden, dass eine Entmystifizierung des Begriffes längst überfällig ist. So sind Lebensmittel aus biologischem Anbau nicht in jedem Aspekt besser als ihre konventionellen Pendants. Hier lohnt es sich einmal genau hinzuschauen.

Wenn es beispielsweise um den Flächenverbrauch geht, haben konventionelle Produkte klare Vorteile. Im ökologischen Landbau werden rund 30 bis 50 Prozent mehr Fläche bei gleicher Anbaumenge verbraucht.
Auch biologische Düngemittel sind den synthetischen nicht in jedem Fall vorzuziehen. Stickstoff, Phosphor und Kalium sind Mineralstoffe, die in synthetischen Mineraldüngern zu finden sind. Sie helfen den Pflanzen beim Aufbau von Eiweißen. Diese Stoffe befinden sich allerdings auch in Gülle und gelangen deshalb auch bei intensiver „ökologischer“ Düngung auf die Felder und im schlimmsten Fall später in das Grundwasser.

Es ist also alles eher eine Frage des intelligenteren Anbau-Managements, als eine Frage des vermeintlich grüneren Labels.
In einem Punkt haben Bio-Lebensmittel jedoch einen klaren Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist: Beim Anbau werden keine Pestizide eingesetzt. Spätestens seit den jüngsten Greenpeace-Stichproben, bei denen wiederholt stark überhöhte Pestizidwerte vor allem bei Paprika, Erdbeeren und Weintrauben festgestellt wurden, verzichteten viele Verbraucher auf diese Produkte aus konventionellem Anbau.   

Insbesondere Kleinkinder reagieren empfindlich auf diese Rückstände, von denen einige im Verdacht stehen Schäden im Nerven- und Immunsystem anzurichten.
Das Problem mit Pestizid-Rückständen taucht immer wieder auf und ist nicht neu. Bereits bei im „Pesticide Residue Monitoring 2000“ der EU-Kommission waren EU-weit 39 Prozent der über 45.000 untersuchten Obst-, Gemüse- und Getreideproben mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet.

Beim Obst- und Gemüsekauf heißt es also: Augen offen halten! Wer weder Pestizide im Salat haben will, noch für Augenwischerei unter dem Bio-Deckmantel mehr Geld zahlen will, muss sich informieren, vergleichen und den Verstand über das Gefühl siegen lassen.