Auf dem Weg in die Öko-Diktatur? – Vom Für und Wider der neuen EU-Energiestandards

 Immer wieder wird bemängelt, dass die Politik in Brüssel noch nicht im Alltag der Bürger angekommen sei. Wenn EU-Richtlinien jedoch „erlebbar“ werden, wie nach dem Verbot der herkömmlichen Glühbirne, wird neben dem Licht auch die Stimmung in den deutschen Wohnzimmern merklich kühler.

Im Wettrennen um die besten Energiebilanzen weltweit, legt die EU ordentlich vor und handelt sich damit nicht nur Applaus ein. So hat die EU-weite Abschaffung der herkömmlichen Glühbirne zwar einen insgesamt geringeren Energieverbrauch zur Folge gehabt, doch die Entsorgung der neuen, quecksilberhaltigen Energiesparlampen ist noch nicht einheitlich geregelt.

Gluehbirne-dpa-gr

Die Glühbirnen waren nur der Anfang, weitere Standards sollen eingeführt werden und auch diese sind zweischneidige Schwerter. Seit kurzem darf die EU auch Energiestandards für Geräte festlegen, die keine Energie verbrauchen. Das ist in der so genannten Öko-Design Richtlinie der EU festgehalten. In Zukunft sind damit auch Fenster, Duschköpfe und Wasserhähne betroffen. Kritiker bemängeln, dass es schwer werden dürfte die Energiebilanz von beispielsweise Fenstern zu berechnen, da diese je nach Region sehr unterschiedlich sein kann. Im Norden Europas fällt eben weniger Licht durch ein Fenster, das dieses dann in Form von Raumwärme speichern kann, als dies im Süden der Fall ist.

Das Problem: Energiestandards sollen Orientierungshilfen für die Kunden sein, können aber auch Innovationen verhindern. Der Energiestandard für Plasmafernseher etwa ist eine statische Größe. Es ist zu befürchten, dass Hersteller, die mit dem Energieverbrauch ihrer Geräte im Soll liegen, keine Anstrengungen mehr unternehmen noch effizientere Geräte zu entwickeln. Das bemängelte auch schon das Magazin DER SPIEGEL.
Alle Geräte, die mehr Energie verbrauchen, als es der Standard fordert, dürfen nicht mehr in die EU importiert werden. Seit April dieses Jahres gilt beispielsweise eine Obergrenze für Straßen- und Bürobeleuchtung.

Sin das nötige Schritte auf dem Weg zu einer energieeffizienteren Zukunft, oder beginnt hier die Öko-Diktatur?

Das Umweltbundesamt weist die Kritik zurück und spricht davon, dass die Einführung der Energienormen „Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Kauf eines ineffizienten Gerätes und dadurch vor einem zu hohen Energieverbrauch und zu hohen Betriebskosten bewahrt“.     

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Habt ihr euren Haushalt bereits auf Energiesparlampen umgestellt und einen wassersparenden Duschkopf installiert?
Brauchen Kunden die Hilfestellung der EU sowie die Industrie den politischen Druck oder sollten die Bürger einfach grundsätzlich selber entscheiden welches Produkt sie kaufen wollen?
Uns interessiert eure Meinung!