Interview mit Viva con Agua anlässlich des Weltwassertages am 22.03.

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Während wir jeden Tag zig Liter Wasser bedenkenlos für Dusche, Toilette, Kochen, etc. verwenden (und meist nicht im entferntesten daran denken, wieviel Wasser die Produktion unserer Kleidung, Lebensmittel und Konsumprodukte verbraucht), gibt es viele Gegenden in dieser Welt, wo Wasser keine Selbstverständlichkeit ist.

Viva con Agua will dem entgegenwirken und setzt sich als ein internationales Netzwerk von Menschen und Organisationen für einen menschenwürdigen Zugang zu sauberen Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung ein. Viva con Agua versteht sich als „offenes Netzwerk“, das vorwiegend von individueller Initiative und Mitwirkung der über 9.000 aktiven Supporter*innen weltweit lebt. Mit vielen Aktionen und ebenso viel Spaß begeistert Viva con Agua Menschen für soziales Engagement und sammelt Spenden für Wasserprojekte der Welthungerhilfe.

Unser Mitarbeiter Wanja hat lange Zeit ehrenamtlich für Viva con Agua gearbeitet und die Projektgebiete in Äthiopien, Ruanda und Nicaragua besucht. Zum Weltwassertag führt er ein Interview mit dem Koordinator für WASH-Projekte Christian Wiebe.

 

In Deutschland muss man kein Wasser sparen, aber in vielen anderen Regionen ist sauberes Wasser keine Selbstverständlichkeit. Wo liegen hier die größten Probleme?

Weltweit haben ca. 760 Millionen Menschen keinen menschenwürdigen Zugang zu sauberen Trinkwasser. 2,5 Milliarden Menschen auf diesem Planet fehlt es an ausreichender Sanitärversorgung, dass sind mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung.

Seit 2010 ist sauberes Trinkwasser und sanitäre Versorgung  ein von dem UN-Menschenrechtsrat anerkanntes Menschenrecht. Auch wir verfolgen den WASH Ansatz (Wasser, Sanitätsversorung und Hygiene). Das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung legt fest, dass Wasser- & Sanitärversorgung für alle verfügbar, sicher, kulturell akzeptabel und allen Menschen zugänglich sein muss.

Gibt es Fortschritte?

Ja, seit Viva con Agua 2005 gegründet wurde, ist die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser hat, durch die Arbeit vieler Organisationen weltweit um 25% zurückgegangen. Wir haben mit unseren WASH-Projekten in Kooperation mit der Welthungerhilfe inzwischen mehr als 500.000 Menschen erreicht.

Wie viel Spenden habt ihr im letzten Jahr bekommen?

Fast 1,3 Mio EUR Spenden! Es ist das erste Mal, dass wir die 1-Million-Grenze geknackt haben. Davon gehen insg. 1,017 Mio. Euro an die Welthungerhilfe für konkrete WASH-Projekte in Uganda, Burkina Faso, Äthiopien, Indien, Nepal sowie in den WASH-Topf der WHH als projektungebundene Gelder.

Wir beiden waren 2008 zusammen in Sodo in Äthiopien. Damals hatte der Bau gerade erst angefangen. Was hat sich seitdem dort getan?

Als wir Sodo besucht haben, war ein Teil der Brunnen noch im Bau. Inzwischen ist das Projekt abgeschlossen. In Sodo und der Umgebung wurden 13, bis zu 80 Meter Tiefbohrbrunnen gebohrt und zusätzliche Latrinen, Duschen, Viehtränken und Waschbecken errichtet. Die Bewohner des Projektgebietes, welche Mitglieder des Komitees zur Wassernutzung sind, haben Schulungen zu den Themen Hygiene, Sanitätseinrichtungen und Brunnenverwaltung bekommen. Dadurch wird die Brunnentechnik und Wartung von den Bewohnern selbst übernommen.

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Im Februar habt ihr eine Projektreise nach Uganda veranstaltet. Was war der Grund und was habt ihr gemacht?

Wir sind nun seit sieben Jahren auf jeder Menge Festivals unterwegs und wollen dadurch coole Meschnen für soziales Engagement begeistern.  Mit der breiten Unterstützung von den Festivalveranstaltern und -besuchern haben wir es geschafft,

mit Hilfe der interkulturellen „Sprache“ Musik junge Menschen auf die Bedeutung von Trinkwasser- und Sanitärversorgung insbesondere in Ländern des globalen Südens aufmerksam zu machen.

Im Februar dieses Jahres war eine Reisegruppe aus Festivalverantwortlichen, Künstler und Menschen aus dem VcA Kosmus in Uganda. Dort wurde zum Einen das auf 5 Jahre ausgelegte Projekt in Moroto besucht und zum Anderen konnten wir das erste Viva con Agua Kampala-Festival veranstalten. Außerdem haben Bobbie Serrano vom Künstlerkollektiv der Sechtste Lachs und der Berliner Künstlerin Julia Benz eine riesige Wand des National Theaters gestaltet.

Kommt das Geld auch wirklich an oder versickert es in der Bürokratie?

Das Geld kommt an! In dieser Grafik kannst genau sehen, wie wir das Geld nutzen.

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Seit 2010 vertreibt ihr ein Quellwasser. Wie kam es dazu?

Das Mineralwasser ist das erste Social Business Modell von Viva con Agua. Wir verknüpfen damit Wirtschaft und Soziales in innovativer Weise, um die globale Wassersituation zu verbessern. So können wir, neben der Arbeit des gemeinnützigen Vereins, Gelder und Aufmerksamkeit für die von uns unterstützten Wasserprojekt generieren. Jeder kann so durch eine einfache Kaufentscheidung einen Teil dazu beitragen, mehr Menschen einem Zugang zu sauberen Trinkwasser und sanitärer Basisversorgung zu verhelfen.

Wie können unsere Kunden euch unterstützen?

Durch eine Fördermitgliedschaft können sie ganz konkret unsere Vereinsarbeit unterstützen, die allen Aktivitäten zu Grunde liegt. Vereinsarbeit bedeutet bei Viva con Agua Aktionen, Bildung und Netzwerk.

Jedes Jahr sind wir auf über 100 Musikfestivals und bringen Menschen dazu, etwas von ihrem Ersparten in Form von Pfandbechern zu spenden und sich über das Thema Wasser zu informieren.

Auch in der Bildungsarbeit weht die Flagge mit dem Tropfen. Dort werden Vorträge zu Themen, wie WASH, soziales Engagement und Entwicklungszusammenarbeit an Kindergärten, Schulen und Universitäten gehalten und Spendenläufe von Lehrern und Schülern organisiert.

In unserem Netztwerk aus Zellen, Local Crews und Zusammenschlüssen von Viva con Agua Unterstützern in über 50 Städten sind organisiert. Sie betreuen und organisieren eigene Veranstaltungen und schaffen so über 500 Events pro Jahr, auf denen die Viva con Agua Fahne hochgehalten wird.

 Wir ziehen den Hut vor soviel Tatendrang und wünschen euch weiterhin ganz viel Erfolg!

Wenn jemand von euch Viva con Agua unterstützen möchte, könnt ihr dies z.B. durch eine Fördermitgliedschaft tun, euch selbst aktiv bei Viva con Agua beteiligen (weitere Infos hier) oder Viva con Agua durch den Kauf ihrer Produkte unterstützen. Diese findet ihr selbstverständlich bei Avocado Store: Viva con Agua Produkte 

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Vegan essen, vegane Mode, alles vegan?

Ein Interview mit Helen Unsinn, der Geschäftsführerin der Hamburger Veganz-Filiale.

„Der VEBU geht im Moment (Mai 2014) von rund 7 Millionen Vegetariern (8-9 % der Bevölkerung) und mindestens 1,2 Millionen Veganern (1,5 %)* in Deutschland aus. Das Institut für Demoskopie Allensbach bestätigt diese Entwicklung“ (*Quelle: Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov, 2014).

Wir haben mit Helen Unsinn, Geschäftsführende Gesellschafterin der veganen Supermarktkette „Veganz“ in Hamburg gesprochen, um herauszufinden, ob die vegane Lebensweise mehr ist, als nur Trend.

 

Mimi: Helen, du bist verantwortlich für die Hamburger Filiale von Veganz. Was reizt dich an deinem Job?

Helen: Mich hat das Projekt von Beginn an gereizt – vor zwei Jahren schlief der Einzelhandel und die Gastronomie in Hamburg noch. Die Herausforderung war es, in Hamburg einen Meilenstein in der Einzelhandelslandschaft zu setzen. Heute liegt die Challenge darin, Besonderheiten zu führen, wie z.B: ein komplett veganes Angebot von Kleidung über Hundefutter bis hin zu Kochkursen anzubieten. Für mich war es immer ein Traum, einen Arbeitsalltag zu haben, der nicht durch das Raster meines Wertesystems fällt. Ich hab das Gefühl der Erde mit Vernunft, Respekt und einem Partnerschaftsgefühl zu begegnen.

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Mimi: Was macht den typischen Veganz-Kunden aus und was kauft er bei euch?

Helen: Unser Kundenstamm ist wirklich sehr breit gefächert. Von jung bis alt – von Studenten und Schülern bis hin zu älteren Herrschaften. Unsere Umfragen haben ergeben, dass in etwa 40 % unserer Kunden vegan sind – der Rest fächert sich in Gesundheitsbewusste, Vegetarier, Allesesser. Sicherlich sind mehr Frauen als Männer dabei. Ein paar Kunden kaufen alles bei uns ein, ein paar andere kommen wegen Hundefutter. Viele picken sich die Besonderheiten aus unserem Sortiment. Ein richtig typischer Kunde, kauft Pflanzenmilch, Soja-Fleischalternativen und eine Schokolade mit Haselnüssen.

 

Mimi: Was glaubst du, motiviert eure Kunden, vegan einzukaufen?

Helen: Auf Gleichgesinnte zu treffen, ist sicherlich eine Motivation. Und eben nicht nur Lebensmittel einzukaufen, sondern vorher oder anschließend im „goodies“ zu essen, ein bisschen nach den passenden Schuhen bei „avesu“ zu suchen und vielleicht am Abend dann noch an einem Kochkurs bei uns im „cafe faux vau“ teilzunehmen.

 

Mimi: Du lebst selbst auch vegan, wie wichtig ist für dich vegane Kleidung?

Helen: Ich halte es für unumgänglich, wenn man sich richtig mit der Materie auseinandersetzt. Ich achte nicht nur auf vegane Kleidung sondern kaufe auch nicht bei Großkonzernen, die ihre Kleidung zwar aus Baumwollen herstellen, aber vielleicht unter absurden Arbeitsbedingungen. Sicherlich, das ist eine Kostenfrage. Umgekehrt halte ich es für notwendig für ein Shirt ein bisschen mehr auszugeben (mit einem guten Gefühl), und dafür eben nicht 10 billigst produzierte Teile im Schrank zu haben.

 

Mimi: Ich habe das Gefühl, dass im letzten Jahr viele die vegane Ernährungsweise ausprobiert haben, aber sich meist auf die Ernährung beschränkt haben. Ist es zu schwierig, ganzheitlich vegan zu leben?

Helen: Ich glaube, die eigene Motivation entscheidet ob es schwierig ist oder nicht. Für mich ist es ganzheitlich ideal – für andere wiederum, aber auf die Ernährung beschränkt. Ich finde es durchaus okay, wenn jeder für sich entscheidet, wo er beginnt und wo er aufhören möchte. Bei vielen setzt nachträglich ein Prozess ein – und sie beginnen neben der Ernährung auch andere Bereiche miteinzubeziehen.

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Mimi: Glaubst du, die vegane Lebensweise ist mehr als ein Trend, und verbreitet sich weiter so rasant wie bisher?

Helen: Ein klares JA! Ich glaube, dass die Aufklärung so viel stärker ist als noch vor ein paar Jahren. Der Vegetarismus stand vor einigen Jahren an einer ähnlichen Stelle.

 

Mimi: Zum Schluss noch drei kurze Fragen zu eurem Sortiment: Was sind die drei Produkte, die bei euch am liebsten gekauft werden?

Helen: Käse- und Fleischersatzprodukte sind nach wie vor unsere Bestseller! Das Besondere ist, dass es in der Zwischenzeit richtig tolle Alternativen aus Cashew oder Mandel gibt. Im Superfoodregal sind es einige Dauerrenner: Chiasamen und Maca-Pulver. In der Tiefkühlung sind unsere absoluten Renner Produkte von Gardein.

 

Mimi: Wie findet ihr neue Produkte, bzw. woher wisst ihr, was die Kunden suchen?

Helen: Wir haben selbstverständlich an dieser Stelle Produktmanager im Team, die sich explizit darum kümmern. Auf regionaler Ebene suchen wir selbst mit. Wobei man ganz klar sagen kann, wir haben das Glück, dass sich die meisten Newcomer bei uns selbst vorstellen. Da geht es dann ans Selektieren und am Ende muss man den richtigen Riecher beweisen.

 

Mimi: Welches Produkt gibt es noch nicht in vegan und sollte deiner Meinung unbedingt erfunden werden?

Helen: Mir fehlt so gar nichts, um ehrlich zu sein. Die Frage werde ich mit mir herum tragen und eventuell irgendwann mit einer Antwort auf Euch zukommen.

 

Mimi: Vielen Dank für das Interview und deine Offenheit.

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Zu unserem veganen Modespecial kommt ihr hier.

 

Über Veganz:

Die Veganz GmbH ist mit bereits neun Filialen die erste vegane Vollsortiment-Supermarktkette Europas. Im Sommer 2011 eröffnete der erste Laden in Berlin-Prenzlauer Berg. Bis Ende 2015 sind europaweit 21 Filialen geplant. Das Veganz-Konzept umfasst neben dem Filialbetrieb die Geschäftsfelder Großhandel, Catering und (Koch-)Events.

 

COMAZO: Faire Unterwäsche – Made in Germany!

Wie viele Unternehmen gibt es eigentlich noch, die in Deutschland Bekleidung produzieren? Spontan denkt man an Schiesser oder Trigema, aber dann wird es schon schwierig, weitere Textilfirmen aufzuführen.

Der Preisdruck großer Konzerne und Ketten veranlasste viele Unternehmen bereits in den 80er Jahren dazu, ihre Bekleidungsherstellung komplett nach Fernost zu verlagern.

Aber es gibt sie doch noch… Textilunternehmen, die auch am Produktionsstandort Deutschland festhalten, Arbeitsplätze sichern und in nachhaltige Produktion investieren.

Bei einem dieser wenigen deutschen Traditionsunternehmen, der Firma Comazo GmbH& Co. KG mit Sitz auf der Schwäbischen Alb, haben wir nachgefragt. Comazo stellt bereits seit 2009 Fairtrade zertifizierte Biounterwäsche her und gehört damit zu den Vorreitern in diesem Bereich.

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Mimi: Comazo gibt es seit beachtlichen 130 Jahren. Hat Comazo immer schon Unterwäsche hergestellt? Und was genau hat man damals unter Unterwäsche verstanden?

Comazo: Der Gründungsvater von Comazo, Conrad Maier, begann in seinem Wohnzimmer Stoffe zu stricken und baute seine Firma rasch zu einer Wäschefabrik aus.

Damals lag der Fokus auf wärmenden Unterhemden und Unterhosen aus Fein- und Doppelrippe in der Farbe Weiß, die vor allem strapazierfähig und pflegeleicht sein sollten. Mittlerweile hat sich natürlich sehr viel getan. Zum einen verändern sich die Bedürfnisse und Ansprüche der Träger/innen, zum anderen haben wir technisch andere Möglichkeiten. Denken wir z.B. an die Vielfalt der BHs heutzutage: mit oder ohne Bügel, gemoldet oder genäht, zum Pushen oder Verkleinern, für den Sport oder das Abendkleid… die Aufzählung lässt sich endlos fortführen.

Wir von Comazo beschäftigen uns täglich mit dem Thema Wäsche, tüfteln an Schnitten und Passformen, vermessen und werten Trageproben aus, um mit ganz viel Herzblut weiterhin wahre Lieblingswäsche für unsere Kunden zu produzieren. Da kann es auch schon mal passieren, dass in einem Meeting ganz genau geschaut wird, wer welches Lieblingsteil darunter trägt. ;-)

Heute bieten wir neben der klassischen Unterwäsche außerdem Wäsche in modischen Farben und in einer Vielzahl von Designs in unterschiedlichen Kollektionssegmenten an – von feinen Dessous mit Spitze, über funktionelle Sportwäsche und Arbeitsschutzwäsche, bis hin zu Nachtwäsche für die ganze Familie.

Alle Comazo Produkte tragen das Kennzeichen „Textiles Vertrauen – Schadstoff geprüfte Textilien nach Ökotex-Standard 100“. Zusätzlich gibt es eine Bio-Linie comazo|earth, bei der die gesamten Artikel aus fair gehandelter Bio-Baumwolle gefertigt werden und nach dem GOTS- und Fairtrade-Siegel zertifiziert sind. Wieso ist es für Sie wichtig, auch nachhaltig zu produzieren?

Die Bekleidungsindustrie sieht sich großen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Wir halten eine produktionsökologisch nachhaltige Fertigung von Textilien für erstrebenswert und wollen mit comazo|earth beweisen, dass man nachhaltig in Deutschland/ Europa produzieren und dennoch wirtschaftlich im Markt erfolgreich sein kann.

Ich stelle mir das Herstellen von Unterwäsche ziemlich kompliziert vor. Könnten Sie uns kurz den typischen Produktionsweg beschreiben? Was davon geschieht im Ausland und was in Deutschland?

In unserem Wäscheblog haben wir anhand unserer Faircode-Panty aus der comazo|earth Linie einen gesamten Produktionsweg abgebildet (hier klicken). Hier geben wir detaillierte Infos über die Herkunft der Baumwolle, unsere Zutatenlieferanten, die Stoffherstellung und Veredlung in Deutschland und natürlich die Fertigung in Europa.

Außerdem ermöglicht der Faircode auf unseren comazo|earth-Hangtags bei jedem produziertem Teil einen Einblick in den kompletten Herstellungsprozess – vom Anbau der Bio-Baumwolle bis hin zum fertigen Teil.

Ist es geplant, die gesamte Produktion auf GOTS umzustellen?

Als wir 2009 Fairtrade zertifiziert wurden und dem Markt erstmalig unsere Biowäsche comazo|earth vorstellten, umfasste das kleine Sortiment lediglich Damen- Tagwäsche. Diese wurde vom Markt sehr positiv aufgenommen und wir fanden viele Unterstützer. Seitdem haben wir die Kollektion stetig weiter ausgebaut und können mittlerweile eine komplette Tag- und Nachtwäsche-Kollektion für Damen, Herren und Kinder präsentieren. Gerade Online stellen wir eine riesige Nachfrage unserer Biowäsche fest, die uns darin bestärkt diesen Weg konsequent weiterzugehen und unser Angebot auszubauen.

Oft ist es bei Unternehmen nicht ganz klar, ob eine nachhaltige Produktion nur als Investitionstrend gesehen wird oder ob es um Nachhaltigkeit als Ganzes geht. Spielt Nachhaltigkeit in Ihrer Unternehmenskultur auch eine Rolle?

Es ist viel mehr als nur ein Trend. Wir haben in den letzten Jahren vor allem am Stammsitz diverse Maßnahmen ergriffen, um unsere CO2-Bilanz zu verbessern. Die Investition in eine Wärmerückgewinnungsanlage und einen eigenen Brunnen, die Modernisierung unseres Fuhr- und Maschinenparks sind nur einige Beispiele.

Doch nicht nur Nachhaltigkeit ist bei uns ein großes Thema, wir engagieren uns auch sozial. Neben den sozialen Aspekten, die wir durch das Fairtrade- und GOTS-Siegel unterstützen, ist ein eigenes Comazo-Projekt entstanden. Seit einigen Jahren stehen ausschließlich Mitarbeiter für Anzeigen und andere Werbemittel vor der Kamera.

Das eingesparte Modelbudget spenden wir sozialen Einrichtungen oder NG-Organisationen. So unterstützen wir z.B. das „Kliptown Youth Program“ (KYP) in Soweto, Südafrika, das mit unserer Hilfe seinen Computerraum ausstatten konnte und jetzt den Mitgliedern und Bewohnern des Viertels PC-Schulungen und einen freien Internet-Zugang anbietet.

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Zum Schluss noch eine Frage zum Namen. Woher kommt der eigentlich? Er klingt sehr südländisch für die Schwäbische Alb. ;-)

Oh ja, wir hören öfter, dass Comazo italienisch anmutet, dabei sind wir doch ganz schwäbisch. ;-)

Hinter dem Namen steckt eine kurze nette Geschichte: Conrad Maier gründete 1884 das Familienunternehmen. Da es damals noch keine Straßennamen gab, war es üblich als Adresse eine nahe gelegene Wirtschaft zu nennen.

In unserem Fall hieß diese „Zum Ochsen“ und da die Schwaben gerne etwas sparsam sind, wurde aus „Conrad Maier zum Ochsen“ ganz einfach Comazo.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview!

Herzlichen Dank auch an Sie für Ihr Interesse und die Möglichkeit, Einblicke in unser Unternehmen geben zu können.

Unterwäsche von Comazo gibt es hier auf Avocadostore.de.

Ein Monat plastikfrei – Meret Nehe hat es ausprobiert!

Wer für seinen Alltag eine Herausforderung sucht, der kann einfach mal probieren, was Meret Nehe aus Zürich im November 2014 gemacht hat: einen Monat auf jegliche Plastikverpackung verzichten.
Mimi hat Meret für euch interviewt und sie gefragt, wie man das hinbekommt und ob das Ganze langfristig eine Alternative darstellt.

Mimi: Hallo Meret, wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, einen Monat kein Plastik zu kaufen?

Meret: Bisher hatte ich mich eher wenig mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich war dann im Herbst in Berlin zu Besuch und war zufällig bei der Eröffnung des „OriginalUnverpackt“ Ladens. Ich habe daraufhin mit einer guten Freundin darüber geredet, wie es wäre, kein Plastik mehr zu kaufen. Wir hatten dann überlegt, einen Selbstversuch zu machen und das Ganze mit einem Blog zu begleiten. Schnell wurde mehr daraus. Letztendlich haben wir es über Facebook kommuniziert, in der Hoffnung, dass so auch andere Leute mitmachen und ihre Erfahrungen teilen. Es ging uns schliesslich um die Sache und nicht um eine Selbstdarstellung.

Meret beim Einkaufen

Meret beim Abfüllen von Pasta. (Fotoquelle: tagesanzeiger.ch)

Mimi: In der Facebook-Veranstaltung waren dann ja auch relativ schnell 2.500 Leute dabei, wie erklärst du dir das?

Meret: Es scheint ein Thema zu sein, das sehr viele Leute interessiert. Die Leute in der Gruppe waren auf jeden Fall bunt gemischt. Alt, jung, berufstätig, Studenten, sogar mein Zahnarzt war dabei.

Mimi: Du hast dann quasi von heute auf morgen angefangen auf Plastik zu verzichten. Wo hattest du die meisten Schwierigkeiten?

Meret: Am Anfang ging es noch, etwas schwieriger wurde es vor allem, als Dinge im Haushalt leer wurden. Ein schönes Beispiel ist Toilettenpapier, das kriegt man einfach nicht ohne Plastikverpackung. Für andere Hygieneartikel, wie z.B. Tampons, gibt es tatsächlich gute Alternativen. Ich war am Anfang zwar selbst eher skeptisch, kann aber Produkte wie Ruby Cups etc. wirklich empfehlen: man gewöhnt sich ganz schnell dran und produziert damit einfach jeden Monat viel weniger Abfall.
Ich habe mich in dem Monat auf vieles Neue eingelassen und einige Dinge führe ich heute noch weiter. Zum Beispiel Putzmittel hab ich einfach selbstgemacht. Im Internet gibt es viele Tipps, wie man aus Essig oder Zitrone alltagstaugliche und umweltfreundliche Reinigungsmittel herstellen kann.

Mimi: Ich weiß, dass du beruflich viel unterwegs bist. Ich stelle es mir auf Reisen besonders schwierig vor, auf Plastik zu verzichten.

Meret: Stimmt. In der Schweiz, ist es z.B. kein Problem, an Wasser zu kommen. Es gibt überall Brunnen, wo man seine Wasserflasche auffüllen kann. Ich hab dafür immer eine Trinkflasche von Dopper mit dabei. Auch in Deutschland kann man eigentlich überall das Leitungswasser trinken. Ich musste in der Zeit beruflich nach Bulgarien, und mir wurde dort gesagt, dass ich das Leitungswasser dort besser nicht trinken sollte. Da war ich leider gezwungen, auch mal Wasser in Plastikflaschen zu kaufen.
Was sich fürs Reisen als praktisch erwiesen hat, sind „Solid Shampoos“ die in einem Seifenstück ohne Plastikverpackung kommen. Die kann man auch ganz unproblematisch im Handgepäck transportieren. Mit dem Wascheffekt war ich super zufrieden und da gibt es mehrere gute Anbieter für, z.B. „Alles Seife“ aus Österreich! Früher hab ich immer meine Shampoo-Flasche im Koffer noch extra in eine Plastiktüte eingepackt, falls was ausläuft. Das brauche ich heute nicht mehr.

Mimi: Ok, wir haben über Alltagsprodukte, Kosmetik und Reisen gesprochen. Aber wie war das eigentlich beim Lebensmitteleinkauf?

Meret: Eins ist ganz klar: Junk Food und Süßigkeiten fallen weg! Das ist ja auch positiv, weil man automatisch gesünder isst. Ich esse ganz gerne mal Chips, das war echt nicht möglich. Nüsse konnte ich nur auf dem Markt kaufen. In der Schweiz ist es mit Saft auch schwierig, weil es nur selten Saft in Glasflaschen gibt. Das meiste ist in Tetrapacks verpackt.
Schwierig waren auch Milchprodukte. Milch ging noch, da gibt es in der Schweiz Abfüllstationen, wo man sich seine Milch in mitgebrachte Glasflaschen füllen kann. Aber Joghurt und Quark gibt es nur in Plastik, oder wenn im Glas, dann leider mit Plastikdeckel.
Auch Käse- und Fleischwaren sind schwierig, da die ja immer in Plastik eingepackt sind. Selbst an der Käsetheke oder auf dem Markt werden die Produkte immer mit beschichtetem Papier rausgegeben. Leider selbst im Biomarkt.
Ich habe dann versucht, mit eigenem Behältnis Käse zu kaufen. Aber in Supermärkten dürfen die Verkäufer aufgrund von Hygienevorschriften die Lebensmittel gar nicht anders als vorgeschriebenen rausgeben. Da kann ich nur empfehlen, z.B. den Metzger seines Vertrauens zu finden, der Lust hat, sich auf solche Wünsche einzulassen und mal ein Auge zudrückt. Es gibt auch kleine Workarounds: Salami nicht in Scheiben kaufen, sondern als luftgetrocknete Hartwurst.

Mimi: Fast zwei Monate später, was ist denn dein Fazit? Lebst du immer noch plastikfrei?

Meret: Ich ziehe das Ganze nicht mehr ganz so strikt durch, aber ich habe viele Erfahrungen gesammelt, die bei mir ein grundsätzliches Umdenken bewirkt haben. Zum Beispiel verpacken viele im Supermarkt ihr Obst und Gemüse immer in diese dünnen Plastikbeuteln. Wieso eigentlich? Niemand hinterfragt das, weil man es schon immer so gemacht hat. Das ist so sinnlos, dass man sich manchmal fragt, wo der Verstand in unserer Gesellschaft geblieben ist!
Es ist tatsächlich aufwändiger, ohne Plastik zu leben. Beim Einkaufen muss man besser planen und es kostet auch mal mehr Zeit (z.B. wenn man extra auf den Markt geht). Aber wenn man den Alltag etwas anpasst und gut plant, gibt es superviele Sachen, die man ganz einfach umstellen kann. Und am Ende macht es richtig Spass, wenn man so auf neue Produkte und Läden aufmerksam wird!

Meret kommt ursprünglich aus dem Emsland und lebt, nachdem sie ihren Master in Nachhaltigkeitsmanagement in Schweden absolviert hat, seit 1,5 Jahren in der Schweiz. Worüber sie sich im plastikfreien Monat besonders gefreut hat: den in ihrer Heimat traditionellen Ostfriesen-Tee von Bünting kann man ganz ohne Plastik-Verpackung kaufen!

Wer von euch mehr über Merets plastikfreien Monat erfahren möchte: Es gibt weiterhin die Facebook-Gruppe, wo auch Tipps und Ideen zum Thema plastikfreies Leben ausgetauscht werden.

Und einen Blog gibt es auch: https://buynoplastic.wordpress.com/

Plastikfreie Alternativen für jeden Tag findet ihr hier.

Der Avocadostore Adventskalender *24. Türchen*

 

Juhu, endlich ist Weihnachten da!

Wir freuen uns sehr, heute das 24. und damit letzte Türchen des Adventskalenders zu öffnen.

Es einen 50 EUR Gutschein zu gewinnen, den ihr entweder verschenken oder euch dafür selbst etwas Tolles aus dem Avocado Store aussuchen könnt.

Wir wünschen euch allen ein schönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage!

 

Gutschein24

So könnt ihr gewinnen:

Schickt uns bis 25. Dezember um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “24. Türchen Geschenkgutschein 50″ an info@avocadostore.de.

Wir benachrichtigen den Gewinner oder die Gewinnerin per Email.

Der Avocadostore Adventskalender *23. Türchen*

Ihr braucht noch ein Last Minute Geschenk oder wollt euch selbst beschenken? Wir spendieren euch einmal das Charity-Geschenk Esel von OxfamUnverpackt! Eine E-Card geht sofort an den Gewinner oder die Gewinnerin raus, nachträglich erhält er/sie (oder eine Wunschperson) noch den dazu passenden Kühlschrankmagneten per Post.

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So könnt ihr gewinnen:

Schickt uns bis 24. Dezember um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “23. Türchen OxfamUnverpackt”. Vergesst nicht, uns eure Postadresse oder die Adresse des/der Beschenkten mitzuteilen.

Viel Glück!

 

Der Avocadostore Adventskalender *22. Türchen*

Ein ganz besonderer Gewinn für angehende und erfahrene Hobbygärtner!

meine ernte verlost einen Gemüsegarten auf Zeit für die Gartensaison 2015. Der Garten ist bereits komplett mit regionalem Gemüse vorbepflanzt, ihr kümmert euch ums Gießen, Pflegen und Ernten. Die Gärten gibt es in 26 verschiedenen Standorten in Stadtnähe.

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Lust auf Gärtnern? So könnt ihr das heutige Türchen gewinnen:

Schickt uns bis 23. Dezember 2014 um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “22. Türchen Gemüsegarten” an info@avocadostore.de

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird von uns per Email benachrichtigt.

 

Der Avocadostore Adventskalender *21. Türchen*

Das 21. Türchen des Avocado Store Adventskalenders bringt euch einen 30 EUR Geschenkgutschein.

Ein toller Gewinn für alle, die noch in letzter Minute ein Geschenk suchen! Bei Deutschlands größtem Online Marktplatz für grüne Produkte haben eure Lieben die Möglichkeit, ihr nachhaltigeLieblingsprodukt aus fast 40.000 Produkten auszuwählen.

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So könnt ihr gewinnen:

Schickt uns bis 22. Dezember 2014 um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “21. Türchen Geschenkgutschein 30″ an info@avocadostore.de.

Wir benachrichtigen den Gewinner oder die Gewinnerin per Email.

Der Avocadostore Adventskalender *20. Türchen*

Wir spendieren euch heute einen Recolution Zipper in der limitierten Avocado-Edition! Natürlich in Bioqualität und aus kuschelweichem Sweatshirtstoff.

 

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Das Damenmodell sieht so aus und hier gibt’s die Herrenvariante.

So könnt ihr den Zipper gewinnen:

Schreibt uns bis 21. Dezember 2014 um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “20. Türchen Avocado-Zipper” an info@avocadostore.de.
Die Gewinnerin oder der Gewinner wird von uns per Email benachrichtigt.

Der Avocadostore Adventskalender *19. Türchen*

 

 

Ausrangierte Bücher bekommen von Lockengelöt eine zweite Chance. Die Upcycling-Schlüsselbretter namens “Schlüsselroman” machen sich gut im Hausflur und sind außerdem eine prima Ablage für Schlüssel, Jacken, Gürtel und vieles mehr! Bei uns gibt es heute ein Exemplar zu gewinnen.

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So könnt ihr gewinnen:

Schickt uns bis 20. Dezember 2014 um 10 Uhr eine Email mit dem Betreff “19. Türchen Lockengelöt” an info@avocadostore.de.

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird von uns per Email benachrichtigt.